Sonntag, 10. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 37


DARK (Staffel 1 Folge 10)
Wow! Ich habe mir diese Folge nicht ohne Grund aufgehoben (nun, nicht besonders lang aber immerhin). Mir war so, so klar wie es mir danach gehen würde - genau das trat ein. Es war eine emotionale Achterbahn und hat mir meine Gehirnwindungen gefühlt noch drei Mal verknotet irgendwie die Zusammenhänge zu erkennen... nur, um dann herauszufinden, dass doch wieder alles anders war als gedacht. Verdammt, eine wirklich gute Mystery-Serie!!

WYNONNA EARP (Staffel 1 Folge 2 und Folge 3)
Die Serie nimmt wirklich Fahrt auf und ich freue mich jetzt schon darauf weiterzuschauen! Die ganzen Figuren zeigen sich erst jetzt richtig und ich konnte sich recht schnell ins Herz schließen, besonders Wynonna und Dolls, aber auch von Nicole würde ich gern mehr sehen. Der eigentliche Konflikt hat immer noch einen mysteriösen Touch - aber vor allem für die Dynamik innerhalb der Hauptfiguren werde ich die Serie sicher weiterverfolgen.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 35 & 36


ALIAS GRACE (Staffel 1 Folge 2 bis Folge 6)
Die Geschichte nimmt Geschwindigkeit auf, und mein Gott, sie wird spannend! Man wird emotional absolut einmalig aufgewühlt, und nie ist etwas gewiss. Die eindrückliche Kameraführung, die spannenden Verstrickungen die schlussendlich zu den Morden geführt haben, die wunderbar facettenreichen Schauspieler... all das macht die Serie spannend bis zum geht nicht mehr, und ich konnte es nicht erwarten auch die letzte Folge zu sehen! Die "Eskalation" beider Figuren stand bevor, in Vergangenheit und Zukunft... aber das Finale war ganz anders, als ich erwartet hätte. Unerwartet, aber überaus passend - und tragisch. Eine faszinierende Serie!

DARK (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 9)
Die erste deutsche Netflix-Produktion - das konnte ich mir nicht entgehen lassen, und bin sogar über meinen Schatten gesprungen, Horror und Spannung zurzeit eigentlich eher zu meiden. "Alias Grace" war mir eigentlich schon düster genug xD Aber nun ja, ich habe es gewagt - und bereue es nicht. Nicht nur ein wunderschönes Intro hat die Serie (wirklich, sowohl Song als auch Bilder sind klasse - insgesamt hat die Serie wirklich tolle Bilder zu bieten), sie ist auch spannend, düster und auf gewisse Weise trotzdem emotional packend. Schon die erste Viertelstunde hat mich absolut überzeugt, und das obwohl Mystery ja weniger mein Genre ist - eine Serie, die süchtig macht! Ich kann es nicht mehr erwarten, die letzte Folge auch noch zu sehen!

Love Letters to the Death

Autorin: Ava Dellaira
Seiten: 323
Verlag: Hot Key Books
ISBN: 9781471402883

Worum geht's?

Sometimes the best letters are the ones that go unanswered

It begins as an assignment for English class: write a letter to a dead person – any dead person. Laurel chooses Kurt Cobain – he died young, and so did Laurel's sister May – so maybe he'll understand a bit of what Laurel is going through. Soon Laurel is writing letters to lots of dead people – Janis Joplin, Heath Ledger, River Phoenix, Amelia Earhart… it's like she can't stop. And she'd certainly never dream of handing them in to her teacher. She writes about what it's like going to a new high school, meeting new friends, falling in love for the first time – and how her family has shattered since May died.

But much as Laurel might find writing the letters cathartic, she can't keep real life out forever. The ghosts of her past won't be contained between the lines of a page, and she will have to come to terms with growing up, the agony of losing a beloved sister, and the realisation that only you can shape your destiny.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

avadellaira.com

Quelle

Wie fand ich es?

Ich habe eine ganze Weile gebraucht um dieses Buch zu beenden - nicht, weil es schwierig zu lesen oder sehr kompliziert aufgebaut wäre, sondern weil es sich wie etwas ganz Besonderes anfühlte. Wie eine ganz besondere Erfahrung, die ich auskosten wollte. Nach Beenden von "Love Letters to the Death" kann ich bestätigen, dass das der Fall ist - es ist ein außergewöhnlicher und unglaublich berührender Roman.

Nachdem ich das Fazit so ein wenig vorgezogen habe, kommen wir zu den ausführlichen Erklärungen warum mich diese Lektüre so überzeugen konnte. Aspekt Nummer 1 ganz klar: Hauptfigur Laurel. Je mehr ich über sie und das Buch insgesamt nachdenke, desto mehr schließe ich sie und ihre Geschichte ins Herz. Wahrscheinlich, weil sie war, was vielen Figuren in ähnlichen Geschichte nicht erlaubt wird zu sein - mehr als die Tragödie. Aber Laurel ist mehr als ihre Geschichte, sie fühlt sich authentisch und ehrlich an. Ich konnte ehrlich mit ihr mitfühlen und sie verstehen, während auch andere Figuren dreidimensional gestaltet sind und Raum in der Geschichte bekommen. Auch sie werden nicht nur durch Laurels Geschichte definiert, sie durchleben ihre eigenen, wodurch sich das Buch viel runder und realistischer anfühlte, sowie Laurels Beziehung zu jedem von ihnen.

Sehr positiv aufgefallen ist mir auch der Aufbau der Geschichte. Die Tatsache, dass der Roman in Briefen erzählt ist, schafft interessante Möglichkeiten für Laurel, zu berichten und relevante Momente herauszupicken, wodurch man nicht nur die Ereignisse kennen lernt, sondern durch die Art wie sie erzählt werden, auch sie als Figur einem noch ein wenig mehr ans Herz wächst. Und auch, weil so nur Stück um Stück Informationen enthüllt werden, wurde ich umso mehr von den Offenbarungen und der Entwicklung der Handlung getroffen. Nicht, weil ich mir nicht etwas dieser Art gedacht hätte - aber es hat mich überrascht, wie sehr es der Autorin gelungen ist, mich mit dieser Geschichte zu treffen. Der Art, wie Laurel sich langsam ihren Gedanken, ihren Hoffnungen und ihren Ängsten stellen muss, die Art, wie sie dabei strauchelt.

Vielleicht hat die Tatsache, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe (deshalb ist der Klappentext hier auch Englisch angegeben), auch eine ganze Menge ausgemacht dabei, wie real ich dieses Buch mitempfunden habe. Ava Dellaira kann definitiv mit Worten umgehen, und ich hätte gefühlt jeden zweiten Satz als Zitat für meinen Blog aufschreiben können. Nun sind es "nur" vier geworden - schaut doch mal auf die Seite, wenn euch interessiert welche Aussagen mich besonders zum Nachdenken gebracht haben, so sehr, dass ich sie hier festhalten will.

"Love Letters to the Death" hat mich so oft zum Weinen gebracht, dass ich irgendwann aufgehört habe zu zählen. Irgendwann nicht mehr nur in den traurigen Momenten, sondern praktisch pausenlos. Emotional gefangen trifft gut, wie es mir mit diesem Buch erging. Es fing mich ein und ließ nicht mehr los. In der Hoffnung, dass es anderen Lesern auch so geht, kann ich diese wunderbar erzählte, emotionale Geschichte nur empfehlen und schwöre hiermit, alles zu lesen, was Ava Dellaira je zu Papier bringt!

 Sterne

Donnerstag, 30. November 2017

Was war los im November?

Einiges angefangen, weniges beendet - aber dafür darf ich mich auf viel freuen, dass ich im Dezember noch beenden kann, denn alle angefangenen Geschichten habe ich schlicht aus Zeitmangel noch nicht fertig gelesen. Gegen Ende des Jahres wird es ja aber ruhiger, und nachdem mit dem November nun auch der NaNoWriMo vorbeigeht, der mich diesen Monat ziemlich beschäftigt hat, kann ich mich im letzten Monat von 2017 wieder mehr dem Lesen widmen.

GELESEN
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Blick
- Reiner Engelmann: Anschlag von rechts (beendet)
- Sabine Schoder: So was passiert nur Idioten. Wie uns.
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Kuss
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen (beendet)
- Jennifer Estep: Spinnenfalle
- Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld (begonnen)
- Ava Dellaira: Love Letters to the Death (begonnen)
- Margot Lee Shetterley: Hidden Figures (begonnen)
- Leigh Bardugo: Grischa - Eisige Wellen (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN

Samstag, 25. November 2017

Spinnenfalle

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 400
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28116-4

Worum geht's?

Messerscharf und rot wie Blut – das ist Gin Blancos neues Abendkleid und es steht ihr ausgezeichnet. Auch wenn sie als Profikillerin eigentlich ununterbrochen Arbeit hat, gibt es eine Feierlichkeit, die sich Gin auf gar keinen Fall entgehen lassen möchte: In einer opulenten Gala in Ashlands angesagtesten Kunstmuseum sollen die ach-so-schicken Besitztümer ihrer jüngst verstorbenen Erzfeindin ausgestellt werden. Doch leider ist die Veranstaltung nicht nur super hip, sondern auch heiß begehrt bei Kriminellen. Kaum hat Gin begonnen, den Abend zu genießen, wird das Museum von einer Diebesbande gestürmt. Eine Frechheit, die die Auftragskillerin nicht auf sich sitzen lassen kann – schließlich ist nicht nur ihr Kleid scharf, sondern auch die Messer darunter ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL 8 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Man könnte ja denken, inzwischen gehen Figuren und Autorin langsam die Puste und die Ideen aus, was neue Überraschungen und Action in Ashland betrifft, immerhin kommen bis zu diesem Punkt die meisten Reihen nicht einmal, oder werden inzwischen leider langweilig. Aber in Gins inzwischen nun schon achtem Buch steigt man als Leser anders als gewohnt in die Geschichte ein - und umso origineller. Jennifer Esteps Ideenreichtum beweist "Spinnenfalle" definitiv, denn der Banküberfall, der diesmal den Einstieg in Gins neuestes Abenteuer bildet, stellt sie vor neue Herausforderungen und ist aufregend zu lesen. Lebendig schreiben kann die Autorin sehr gut - man fühlt sich als würde man neben Gin durch die Gänge schleichen und auf die Chance warten, seine Gegner zur Strecke zu bringen.

Charakterlich ist Gin auch lange nicht am Ende, denn sie wird einfach nicht langweilig. Nach den emotionalen Zerwürfnissen des letzten Buchs war ich sehr gespannt darauf, wie sie sich weiterentwickeln würde, sowohl als Individuum, als auch in ihrer Interaktion zu Owen. Und ich bin wirklich froh, dass auch wirklich auf beides Wert gelegt wurde - ihre Bewältigung dieser Ereignisse wird nicht auf ihre in die Brüche gegangene Beziehung reduziert, sondern immer wieder kommen auch andere Erfahrungen ins Spiel, die sie aus den Ereignissen gezogen hat und die sie noch beschäftigen.

Die Flashbacks zu Gins erstem Getöteten sind eine tolle Ergänzung, vor allem aufgrund der Verbindung und der Lehre die sie aus diesem Ereignis rückblickend zieht. A) wird es einfach immer interessant sein mehr über ihren Hintergrund zu erfahren, egal wie viel man als Leser schon weiß, und B) erklärte es die komplizierte Ebene ihrer Beziehung zu Owen. Dass sie das ihm gegenüber klar gestellt hat, sich insgesamt nicht entschuldigt für die Person die sie ist sondern zu sich und ihren Entscheidungen steht, auch wenn sie manchmal nach hinten losgehen - ich liebe sie einfach. Es ist immer wieder wunderbar, von ihr lesen zu dürfen!

Insbesondere, dass auch Owen eine Entwicklung und Gelegenheit bekommt, offen in Bezug auf die Ereignisse zu sein und die ganze Kommunikation der beiden - das erinnert mich daran, warum ich die Interaktionen dieser Figuren so gerne lese. Auch wenn sie gerade auf völlig unterschiedlichen Punkten stehen, nähern sie sich an und ich bin der Meinung in diesem Buch ist das auf sehr authentische Weise geschehen.

Wo wir bei Interaktion und Annäherung sind - auch das Gin und Brias Beziehung - eher im Hintergrund, aber immerhin - weiter entwickelt wird und sie mehr zusammen wachsen, ist im Rückblick auf die vorherigen Bücher und ihre dortigen Probleme wirklich wunderschön und besonders eine Stelle, an der das auch Gin im Buch reflektiert fasste mir das wunderschön zusammen.

Wie in Gins Kämpfen und besonders gegen Ende deutlich wird, entwickeln sich mit ihrem Charakter (wenn auch unabhängig davon) ihre Fähigkeiten weiter. Dass darauf eingegangen wird, und sie zwar gewisser Maßen stärker wird, ihr aber dennoch nicht alles in den Schoß fällt, ist wunderbar kombiniert worden. Sie muss weiterhin wirklich arbeiten, ihre Gerissenheit und Klugheit, ihre körperlichen Fähigkeiten UND ihre Elementarmagie richtig einsetzen um ihre Gegner fertig zu machen. Damit kann man viel besser mit ihr mitfiebern, wenn durchaus die Möglichkeit besteht, dass sie mal verliert oder unterliegt.

Die Gruppe an Figuren, beständig wachsend (wenn auch nicht in diesem Buch), um Gin Blanco ist mir im Laufe der Bücher wirklich ans Herz gewachsen - alle als unabhängige Figuren genauso wie in ihrer Interaktion miteinander und mit Gin. Allein dafür, dass Jennifer Estep diesen Spagat schafft würde ich schon immer weiter lesen wollen - aber auch von der Gruppendynamik abgesehen wird "Elemental Assassin" nicht langweilig.

 Es gibt neue Herausforderungen, neue Gelegenheiten, neue Rätsel - diese Geschichte ist hoffentlich noch lange nicht zu Ende erzählt! Die Überleitung in den nächsten Teil, beziehungsweise in eine komplett neue Situation für ganz Ashland, deren Lösung sich wohl über ein paar Bücher hinweg erstrecken wird, ist interessant und ich bin schon sehr gespannt, welche Gefahr (oder wird es keine Gefahr?) da auf Gin und ihre Freunde warten wird. Sicher ist nur, sie wird mit 5-Messer-Set am Körper bereit stehen und ihm oder ihr entgegen treten.


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!

Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen

Autorin: George R.R. Martin
Seiten: 672
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26821-4

Worum geht's?

Bürgerkrieg zerreißt das Reich Westeros, und der junge grausame König Joffrey Baratheon hält die Schwestern Sansa und Arya Stark als Geiseln, um ihren Bruder zur Treue zu zwingen. Während die ältere Sansa versuchen will, das beste aus der Situation zu machen, entscheidet sich Arya zur Flucht. Doch der Weg zu ihrer sicheren Heimat in Winterfell ist lang, und die verschiedenen Parteien, die im Bürgerkrieg aufeinanderprallen, sind nicht die einzige Gefahr für das junge Mädchen …

Quelle

Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL 4 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, unerwarteter Weise habe ich mich ein wenig schwer mit diesem Buch getan. Was wohl daran lag, dass mir viele Handlungsstränge schon von vornherein bekannt waren, wodurch es nicht mehr so "überraschend" war, aber dafür kann das Buch ja nichts. Viele Aspekte haben mich doch aber zum Weiterlesen bekommen, was man Teil 4 dann ja um so positiver anrechnen kann. Aber was denn nun? Keine Sorge, ich komme zum Punkt...

Die Handlungsstränge aus Band 3 "Der Thron der Sieben Königreiche" laufen hier weiter, und immer noch verdammt viele Könige durch die Gegend, die sich um besagten Thron zanken. Meinen bevorzugten Nachfolger auf dem Thron habe ich jedenfalls gefunden - Stannis Baratheon. Beziehungsweise Davos, aus dessen Sichtweise von Team Stannis her meist berichtet wird. Ich habe dieses ganze "Team" ziemlich spontan ins Herz geschlossen, sogar Melisandre (auch wenn sie verdammt gruslig ist) und hoffe noch mehr von ihnen in den kommenden Romanen zu erfahren.

Was ich von Theon halten soll weiß ich immer noch nicht, ehrlich. Und auch bei Tyrion schwankt meine Sympathie derzeit irgendwie. Beide ergänzen die Geschichte allerdings perfekt und ihre Kapitel sind zumeist spannend - was für mich eigentlich auf alle Perspektiven zutrifft. Diese Art der Erzählweise ist zwar etwas umständlich, aber für mich passt sie perfekt zur Geschichte, denn viele Facetten von Charakteren, Welt und Konflikten werden aufgezeigt - und das entspricht der ganzen Thematik des Buchs.

Auch die schon bekannteren Erzähler, vor allem Arya, werden einfach immer besser und auf die Probe gestellt. Sie und ihre Schwester Sansa stellen zwei völlig unterschiedliche, aber auf eine Art parallel verlaufende Handlungsstränge dar - und ich hoffe, dass sie irgendwann wieder aufeinander treffen. Bei diesen beiden Figuren fällt mir die Entwicklung unter Druck wirklich auf, die der Autor sehr geschickt in die Geschichte einwebt und durch ihre Entscheidungen zeigt. Weiter so! Auch ihr Bruder Bran wächst mir ans Herz und ich bin gespannt auf seine Entwicklung.

Doch noch einmal zurück zur Thematik. Mir gefällt wirklich immer mehr, wie die bekannteren Fantasystereotypen und Ideen genommen und ein Stück verdreht werden, sodass etwas ganz Neues dabei herauskommt. Ich hoffe, auch die bisher "Bösen" der Reihe kommen bald zu Wort, denn auch hinter ihre Fassaden und aufgebauten Stereotypen würde ich gern blicken. Denn so viel vor allem die Serie damit beworben werden mag, der Kern von "Das Lied von Eis und Feuer" sind nicht Vergewaltigung, Mord und Totschlag - sondern die facettenreichen, spannenden Figuren.

Ihr seht, ich wurde wieder überzeugt und kann "Die Saat des goldenen Löwen" zu lesen kaum erwarten. Der Schreib- und Erzählstil ist gewohnt gut, die Handlung gewohnt spannend, abwechslungsreich und unvorhersehbar und die Charaktere halten den Leser auf Trab und lassen beim Lesen in Frage stellen und mitfiebern.

 Sterne

Sonntag, 19. November 2017

[Gesehen] Woche 33 & 34

Weniger ist manchmal mehr - so habe ich diese zwei Wochen nicht viele Serien gesehen, aber qualitativ kann ich wirklich nicht meckern. Seht selbst...

BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 14 bis Folge 16)
Witzig, spritzig und originell wie immer geht diese Serie weiter und versüßte mir die Tage. Nein, wirklich, diese Serie ist der Sonnenschein an verregneten Tagen, denn sie findet immer eine originelle, muntere und intelligente Weise ihre Figuren Geschichten erzählen zu lassen, sie weiterzuentwickeln und hat in eigentlich allen Aspekten alles, was eine fantastische Serie ausmacht. Ich kann sie nur ans Herz legen und freue mich schon auf die letzten Folgen der Staffel (in der Hoffnung, dass irgendwann auch Staffel 4 kommt).

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 6 bis Folge 8)
Jetzt nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf! Die Baudelaires müssen so einiges einstecken und der traurige, nachdenkliche Stil der Serie kommt richtig raus. Es ist wirklich wie bei einem Autounfall - man will gar nicht hinsehen, aber irgendwie muss man. Nicht zuletzt weil Violet, Klaus und Sunny einfach faszinierende Figuren sind und einige wichtige Themen angestoßen werden, mit der Art und Weise wie es ihnen ergeht - zum Beispiel die Stellung von Kindern in der Gegenwart. Und auch wenn Folge 6 gut war, Folge 7 hat mich umgehauen, so emotional wurde es! Insbesondere mit den Offenbarungen über ihre Eltern und Klaus' Schicksal versprach dann auch Folge 8 sehr spannend zu werden... und O. M. G. alle Schauspieler laufen da wirklich zu Höchstglanz auf - besonders Neil Patrick Harris muss da mal lobend erwähnt werde, er schafft Graf Olaf so absolut herrlich scheußlich zu machen!

ALIAS GRACE (Staffel 1 Folge 1)
Eine Serie die mich schon länger immer mal wieder angelacht hat und nun dachte ich - huh, da du nach Beenden von "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" Zeit hast, versuch dich mal daran. Und ich bin wirklich positiv überrascht - wobei, überrascht von der Qualität einer Serie zu sein, die auf einem Buch von Margaret Atwood basiert, ist wahrscheinlich dämlich. Leider konnte ich "The Handmaid's Tale" noch nicht sehen, aber hiernach freue ich mich darauf es irgendwann zu tun. Die Figuren sind einfach faszinierend, und auch wenn die Geschichte recht langsam voranschreitet, irgendetwas hat sie.

AGENTS OF SHIELD (Staffel 3 Folge 7 bis Folge 22)
Huh, durchwachsen trifft den Rest der dritten Staffel wohl am besten. Um die Mitte herum wurde es wirklich ein Stückchen langweilig bis absurd, doch mit der sehr emotionalen Folge in deren Zentrum Bobbi und Hunter standen fand die Serie ihre Energie wieder und besonders die letzten vier, fünf Folgen sind wieder wirklich gut gemacht. Teils liegt es wohl auch an der deutschen Synchro, dass ich bei manchen möchtegern-dramatischen Ansprachen die Augen verdrehen musste, aber insgesamt betrachtet immer noch eine sehr gute Serie. Da ich Staffel 4 ja auch schon kenne, kann dazu auch gesagt werden - es wird noch besser.

Sonntag, 12. November 2017

Sowas passiert nur Idioten. Wie uns

Autorin: Sabine Schoder
Seiten: 368
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3-7335-0428-1

Worum geht's?

Viki und Jay sind das absolute Traumpaar, das auch nach Monaten noch auf Wolke sieben schwebt. Endlich ist alles gut, endlich hat Viki jemanden gefunden, dem sie vertrauen kann, der ohne Wenn und Aber zu ihr steht. Doch dann findet Viki heraus, dass Jay sich nachmittags heimlich duscht. Das tut doch nur jemand, der etwas zu verbergen hat. Oder?

Da ist etwas, das Jay ihr verschweigt. Etwas, das sich eiskalt in Vikis Herz bohrt.
Setzt er alles, was sie hatten, einfach so aufs Spiel?

Quelle

Wer ist die Autorin?

SABINE SCHODER, Jahrgang 1982, hat Graphikdesign in Wien studiert und sich dort Hals über kopf verliebt. Heute lebt sie mit ihrem Mann in Vorarlberg und widmet sich nach dem Erfolg ihres Jugendromans ›Liebe ist was für Idioten. Wie mich.‹ hauptberuflich dem Schreiben.

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! ZWEITER TEIL EINER REIHE! SPOILERGEFAHR!

Band 2! Ich hätte nicht damit gerechnet, aber mich wahnsinnig gefreut als ich erfahren habe, dass die Geschichte fortgesetzt wird. Hier nochmal meine Rezension zum ersten Buch der Reihe verlinkt, auch wenn meine Eindrücke nicht ganz "anknüpfen" - ist eine ziemliche Weile her, dass ich "Liebe ist was für Idioten. Wie mich" gelesen habe. Aber an eins habe ich mich definitiv erinnert: Sabine Schoders Debüt habe ich wahnsinnig gern gelesen! Da musste "Sowas passiert nur Idioten. Wie uns" einfach her, und glücklicher Weise habe ich es über eine Leserunde von Lovelybooks lesen dürfen.

Ich muss zugeben, so gern ich wieder von Jay und Viki gelesen habe, zu Anfang hatte ich leise Zweifel, ob die Thematik "spannend" genug ist für ein Buch. Am Anfang wirkte es ein wenig... nicht an den Haaren herbeigezogen, aber zwar nett zu lesen, jedoch etwas blass von der Motivation der Figuren her. Auch wenn es mit Vikis Hintergrund verständlich ist wie sie reagiert, fiel es mir in der ersten Hälfte des Buchs schwer mit ihr mitzufühlen.

ABER, das große, fette Aber. Dann kam der große emotionale Moment, der nicht nur erklärt wie Viki fühlt, sondern es ZEIGT. Das war für mich der Wendepunkt, und ab da konnte ich die Geschichte richtig genießen und mitfiebern. Rückblickend bekam auch alles vorherige einen Sinn - man sollte ein Buch eben nicht nur nicht nach seinem Cover beurteilen (was bei diesem ohnehin nur in noch mehr Pluspunkten ausarten würde), sondern auch nicht unbedingt nach den ersten Kapiteln.

Das Herz von "Sowas passiert nur Idioten. Wie uns", sind eindeutig die Figuren, nicht die Handlung. Und mit diesen glänzt die Geschichte auch wirklich, besonders erfolgreich da mehrere detaillierter einbezogen und auch aus deren Perspektiven berichtet wird - zum Beispiel aus Daves und Mels, außerdem gab es ein sehr witziges Kapitel aus der Sicht des Hundes Kids. Auch ein paar Flashbacks in Viki und Jays Zeit zwischen Buch 1 und 2 werden geschickt eingebaut, und haben für mich ein kleines Highlight dargestellt.

Viki und Jay haben sich über die Jahre entwickelt und ich war sehr gespannt wie genau sie sich verändert haben würden. Genauso unterhaltsam und authentisch wie vorher sind ihre Interaktionen, und noch rührender, insbesondere weil man wirklich den Eindruck einer entwickelten Beziehung bekommt. So viele Probleme sie auch haben, als Hintergrund schwebt die ganze Zeit ihre gemeinsame Zeit im Raum, auch wenn man als Leser nur einen kleinen Bruchteil davon zu lesen bekommen hat. Besonders die Rückblicke auf ihr erstes Treffen helfen diesen Bogen zu spannen zwischen damals und heute, und ergänzen ihre Geschichte wunderbar.

Und das Ende... wow! Ich kam aus dem Staunen und Verwirrt sein überhaupt nicht mehr raus. Es ist originell und sehr "offen" gewissermaßen... ich will ja nicht zu viel verraten, aber es hat mir gefallen. Nach dem ersten Schock ergab es immer mehr Sinn, und besonders gut fasst es ein Zitat zusammen, dass für die letzten Seiten und rückblickend für Viki und Jays ganze Geschichte eine große Bedeutung hat:

"Es ist keine Bürde, Entscheidungen treffen zu müssen. Sondern ein Luxus, sich eine Zukunft aussuchen zu können." - Seite 354

Das lasse ich mal einfach so stehen. Der Schreibstil hat mich wieder überzeugt, und hat mich auch durch den Anfang der Geschichte getragen. Das Buch liest sich locker-leicht, und Sabine Schoder beweist hier definitiv, dass witzig und tiefgründig sich nicht ausschließt. Weil ihre Hoch- und Tiefpunkte so charmant erzählt sind, habe ich die Figuren gleich doppelt so einfach noch einmal ins Herz geschlossen.

Fazit: Eine tolle Fortsetzung, in vielen Aspekten anders als der erste Band, aber genauso unterhaltend und tiefgründiger, als ich auf den ersten Seiten erwartet hätte. Besonders die facettenreichen Haupt- und Nebenfiguren sowie der Schreibstil machen "Sowas passiert nur Idioten. Wie uns" zu einem gelungenen Roman, den ich allen Fans des ersten Buchs - und auch sonst interessierten Lesern, da man das Buch auch als Einzelband lesen könnte - nur empfehlen kann!

 bisSterne

Vielen Dank für dieses Leseexemplar an Lovelybooks, den Fischer Verlag und die Autorin Sabine Schoder!

Donnerstag, 9. November 2017

Anschlag von rechts

Autor: Reiner Engelmann
Seiten: 192
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-17437-1

Worum geht's?

Mitten unter uns: Rechtsextremismus heute

Irgendwo in einer Kleinstadt mitten in Deutschland treffen sich drei Freunde auf ein Feierabendbier. In den sozialen Netzwerken haben sie sich schon an ausländerfeindlichen Pöbeleien beteiligt. Nun werden sie zu Verbrechern, denn wenige Stunden später werfen sie einen Molotowcocktail in eine Flüchtlingsunterkunft. Die Bewohner, darunter auch Kinder, entkommen nur knapp.

Reiner Engelmann recherchiert die Hintergründe dieser schrecklichen Tat. Er analysiert die Beweggründe und er befragt die Opfer, die sich in Deutschland endlich sicher gefühlt hatten. Dabei wird deutlich: rechtes Gedankengut und Fremdenfeindlichkeit sind in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und viel zu lange unbeachtet geblieben.

Quelle

Wer ist der Autor?

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Nebenher veröffentlichte er Bücher, vorwiegend zu sozialen Brennpunktthemen. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Bei einem dieser Aufenthalte lernte er auch Wilhelm Brasse kennen.

Quelle

Wie fand ich es?

Dass der Autor sich bereits mit verwandten und anderen ähnlich schwierigen Teilen der Geschichte auseinandergesetzt hat, merkt man dem Buch sehr positiv an. Unter anderem schrieb er Berichte von Holocaust-Überlebenden in "Wir haben das KZ überlebt - Zeitzeugen berichten" und über einen Fotografen, der Ausschwitz dokumentieren musste in "Der Fotograf von Ausschwitz".

Vielleicht resultierte auch aus dieser "Erfahrung" Reiner Engelmanns der nüchterne Erzählstil, der es ein wenig schwer gemacht hat, mir die Geschichte sofort ans Herz wachsen zu lassen - da mich das Thema ohnehin interessiert und es insgesamt einfach wichtig ist, außerdem das Buch auch nicht besonders lang ist, hat das allerdings nicht weiter gestört. Im Nachhinein war es auch wichtig, genauso zu schreiben. Niemand wurde sprachlich verteufelt, das Buch gibt Taten und Gedankengut der Menschen ungeschönt wieder.

Es ist ein aktuelles, wichtiges Buch, das an niemandem spurlos vorbeigehen sollte. Ein Bild des Hasses, von dem sich so viele abscheuliche Menschen vereinnahmen lassen - abscheulich nenne ich sie darum, weil sie sich davon vereinnahmen lassen. Der Autor versucht auch die Täter nicht zweidimensional darzustellen und man kann die verdrehte Weise nachvollziehen wie sie den Weg eingeschlagen haben, der schließlich zu dem Brandanschlag führte, ohne, dass es irgendwie als annehmbar dargestellt wird. Auch Ursachen für ihre Einstellungen werden immer wieder angesprochen bzw. Verbessungsmöglichkeiten gesucht und Fragestellungen aufgeworfen.

Wie es noch immer Menschen in Deutschland geben kann die von sich behaupten, dass dieses Thema sie nichts angeht, ist mir schleierhaft. Es geht ausnahmslos alle an, die vieldiskutierten Flüchtlinge - die große Masse, auf die man eine Menge Schuld schieben kann. Sie sind die Fremden, tolle Sündenböcke also. Uns alle sollten die Schicksale der Menschen interessieren, die hierherkommen. Warum? Nun, erst einmal, scheußliche Frage, es sind Menschen! Damit verdienen sie Hilfe, Punkt. Zweitens, wir sind mindestens als wissende Zuschauer, eigentlich aber sogar mehr als mitverantwortlich für viele der zerstörten Länder aus denen geflüchtet werden muss - auch für viele der "Wirtschaftsflüchtlinge", die so gern minderwertig dargestellt werden.

Insbesondere dabei empfand ich das Nachwort als sehr nützlich, da Reiner Engelmann dort selbst noch ein Stück allgemeiner auf das "Warum" eingeht. Warum geflüchtet wird, warum diese Zustände bestehen. Ein sehr informatives Extra ist auch der Glossar, der noch ein Stück Einblick in die rechtsextreme Szene, im Hinblick auf unbekanntere (zumindest war mir das meiste unbekannt) Aspekte gibt, beispielsweise im Bereich Musik.

Das wurde insgesamt mehr eine Themenbesprechung als eine Rezension, doch ich habe das Gefühl, genau darauf wollte das Buch hinaus. Es ist ein Plädoyer gegen Rechtsextremismus, ohne mit erhobenem Zeigefinger daher zu kommen, was durch den sachlichen Bericht der Täter und Opfer gelingt. Es gibt, wie Engelmann in "Anschlag von rechts" anmerkt, keine einfachen Antworten für die Probleme unserer Zeit, insbesondere die Thematik der Asylsuchenden betreffend. Es ist Zeit für die schwierigen Antworten, für die Einzelschicksale, für mehr als Schreckenszahlen von Flüchtlingen die "Europa überrollen", Angst und Hass. Ein wichtiges Buch, für alle die sich informieren und sich dem Problem stellen wollen, das uns bis in die Realität verfolgt und leider noch nicht der Vergangenheit angehört!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal Randomhouse und den cbj Verlag!

Mittwoch, 8. November 2017

Der letzte erste Blick

Autorin: Bianca Iosivoni
Seiten: 436
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-7363-0412-3

Worum geht's?

Endlich frei! Emery Lance kann es nicht erwarten, ihr Studium in West Virginia zu beginnen. Niemand kennt hier ihre Geschichte. Niemand weiß, was zu Hause geschehen ist. Dafür ist sie auch bereit, in Kauf zu nehmen, dass die Situation im Wohnheim alles andere als ideal ist. Nicht nur treibt ihr Mitbewohner sie regelmäßig in den Wahnsinn – sein bester Freund Dylan Westbrook bringt ihr Herz mit einem einzigen Blick zum Rasen ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören.

Quelle

Wie fand ich es?

Eigentlich wollte ich ja nur mal kurz rein lesen... eigentlich. Daraus wurde dann ein Durchsuchten dieses fantastischen Romans in wenigen Tagen - und mein Fazit? Oh. Mein. Gott. Ich liebe, liebe, liebe so ziemlich alles daran und kann schon jetzt kaum erwarten wie es in Band 2 weitergeht!

Aber gut, das warum für solche Statements fehlt natürlich noch die Erklärung. Der Reihe nach. Allen voran waren mir die Hauptfiguren sympathisch. Beide hatten ihre eigenen Probleme, aber mehr zu bieten als Gejammer., dürfen Fehler machen, aber sind mir trotz ihrer Macken ans Herz gewachsen. Insbesondere Emery hat mir gefallen, vor allem ihre Aggressionsprobleme als Art mit ihrer Vergangenheit umzugehen empfand ich als erfrischendes Problem. Sonst findet man so etwas ja höchstens bei männlichen Protagonisten *hust* und es ergibt mehr als Sinn im Rahmen ihres Charakters.

Dylan, der typische Good Guy, trotzdem mit Fehlern, und alles andere als klischeehaft oder langweilig. Auch seine Parts habe ich gerne verfolgt. Warum Emery sich in ihn verliebt ist mehr als offensichtlich und ganz ehrlich - wer kann es ihr verdenken?
Die Beziehung der beiden hat mich wirklich rühren und zum Lachen und Weinen gleichermaßen bringen können. Ihre Streiche waren ein starker Pluspunkt, der sie mir sehr schnell sympathisch gemacht hat und ihrer Beziehung etwas ganz eigenes gab. Doch auch emotionale Momente werden wunderbar rüber gebracht, emotionale Szenen entfalteten sich während dem Lesen geradezu vor meinem inneren Auge... etwas an der Art wie die Autorin die Interaktion der beiden, egal auf welcher Ebene, beschrieben hat, lässt die Intimität auch von einfachen Situationen spürbar werden.

Mein Highlight der Geschichte war definitiv die Gruppendynamik der Clique um Dylan und Emery! Insbesondere für letzte gewinnt die Gruppe eine solche Bedeutung... es ist mir positiv aufgefallen, wie Emery in ihrer Entwicklung nicht nur auf Dylan und ihre Beziehung zu ihm reduziert wird wie man es in zu vielen New Adult Romanen liest. Die Freundschaften die sie schließt sind ebenfalls einflussreich und wichtig für sie.
Wirklich, ich könnte fünfzig Bücher darüber lesen, wie Emery, Dylan, Elle, Luke, Tate und die anderen auf Campingausflüge gehen, ohne mich zu langweilen! Sämtliche Dynamiken passen einfach, die Figuren sind stimmig und funktionieren zusammen, bringen immer neue Aspekte aneinander hervor, wie Dylan und Emery selbst.

Ein wunderbarer Auftakt zu einer vielversprechenden Reihe! Alle Charaktere waren mir sympathisch und versprechen auch in Zukunft interessante Geschichten, der Konflikt war gut gewählt und nicht übertrieben, aber angemessen thematisiert, und die Liebesgeschichte entfaltet sich auf eine angenehme, emotionale Weise und die Beziehung die Dylan und Emery entwickeln wirkt einfach unglaublich echt und authentisch!
Ich kann das Buch nur empfehlen!

 Sterne

Sonntag, 5. November 2017

[Gesehen] Woche 30 - 32

Ich bin kaum zum Schauen gekommen, daher mal ein paar Wochen zusammengeworfen...

WYNONNA EARP (Staffel 1 Folge 1)
Immer wieder wurde mir diese Serie empfohlen, und doch hat es recht lange gedauert, bis ich mich endlich dazu durch gerungen habe sie anzuschauen. Vor allem, weil ich gerade eher in Comedystimmung bin. Deshalb werde ich mir "Wynonna Earp" wie "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" eher stückchenweise zu Gemüte führen, immer mal wieder eine Folge. Die Serie gefällt mir definitiv und Wynonna ist mir direkt ans Herz gewachsen - mal sehen, wie es weitergeht. Zu empfehlen an alle die es düster und trotzdem witzig mögen - quasi Supernatural im Wilden Westen!

MORD MIT AUSSICHT (Staffel 1 Folge 1 bis Staffel 3 Folge 13)
Ja, danach brauchte ich wieder ein paar Lacher. Auch auf Netflix, eine deutsche Serie. Ich bin nicht gerade DER Fan des deutschen Films, aber speziell schrullig-witzige Krimis gibt es doch einige gute. Insbesondere diese Serie schaue ich mir einfach gerne immer mal wieder an. Nie langweilig, auch wenn man die Fälle schon in und auswendig kennt, denn die Figuren sind so erfrischend und die Witze so gut, dass man immer wieder Spaß haben kann.

BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 12 bis Folge 15)
Immer noch witzig, immer noch charakterstark und intelligent erzählt! Alles an dieser Serie begeistert mich, jede Figur, jeder Handlungsstrang... wunderbar. Auch Amys und Jakes Beziehung ist wirklich schön zu verfolgen, genauso wie die vielen anderen Interaktionen innerhalb der Charaktere. So viele Möglichkeiten ergeben sich aus dieser bunt zusammengewürfelten Gruppe, und jede Folge merkt man, wie dieses Potenzial genutzt wird und damit immer eine spannende, unterhaltende kleine Geschichte herauskommt.

EASY (Staffel 1 Folge 1 und Folge 2)
Irgendwann habe ich einmal die ersten paar Minuten von Folge 1 gesehen und war kurz gesagt ziemlich verwirrt. Definitiv ein interessantes Konzept mit vielen witzigen Ideen und Figurenkonstellationen, aber kein Must-See bisher. Nette, kurzweilige Unterhaltung, aber das war es auch. Aber wer weiß, vielleicht können mich die nächsten Folgen ja noch mehr überzeugen.

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 4 und Folge 5)
Abwechslungsreich, betrübend, humorvoll und nachdenklich - das ist die Serie immer noch, und mit jeder Folge scheint sie besser zu werden. Immer nur ein bisschen hatte ich mir vorgenommen (berechtigt, denn die Serie ist schon ziemlich deprimierend und so toll sie ist, eigentlich kann ich die Stimmung gerade nicht gebrauchen), aber allzu lange werde ich nicht mehr brauchen um die erste Staffel zu beenden - und dann heißt es Warten bis Januar. *seufz*

THOR: RAGNAROK
Als mittlerweile eingefleischter Marvel-Fan (trotz all der Schwächen des Franchises) war dieser Film einfach ein Muss! Ich hatte nicht viele Erwartungen, außer an Bruce Banner, eine meiner Lieblingsfiguren des MCUs - und Mark Ruffalo hat wieder einmal nicht enttäuscht. Aber auch viele neue und alte Rollen konnten begeistern, insbesondere Loki, Walküre und Hela, sowie Thor selbst. Letzterer kam mir in seinen beiden ersten Solofilmen oft zu blass vor, unmotiviert und eher passiv in der Handlung, das Abziehbild eines Helden. Hier trifft er tatsächlich Entscheidungen die Konsequenzen haben und es ist ein Charakter zu entdecken - yeah! Zusammen mit den klasse Bildern und dem etwas zuerst etwas unkonventionell wirkenden, aber irgendwie passenden Soundtrack ein Superheldenfilm mit eigenem Flair, der mir in sehr guter Erinnerung bleiben wird und den ich mir sicher mindestens noch einmal ansehen werde!

WONDER WOMAN
Und naja, wo ich gerade bei Superhelden war, ist ja gerade zu diesem Film die DVD herausgekommen und ich habe direkt die Gelegenheit ergriffen. Hochgelobt und alles wollte ich ihn unbedingt sehen, konnte aber nicht ins Kino... das hat mich ziemlich gewurmt. Nach dem Schauen, zurecht. Ich habe mich so auf Wonder Woman gefreut - und dieser Film hat meine Erwartungen genommen und so ungefähr verzehnfacht. Vielleicht der beste Superheldenfilm den ich bisher gesehen habe. Es hat einfach alles gestimmt - Figuren und Schauspieler, die Thematik dahinter, Dianas "Weg" zur Heldin... wow. Ich habe geflennt wie ein Schlosshund, ich hab immer wieder lachen müssen - es ist DER Film, den diese Generation braucht! Große Worte, aber das ganze Gefühl dieses Werks, die Thematik, der Hintergrund des ersten Weltkriegs, nicht zu vergessen die Botschaft ist so so wichtig! Alle die es noch nicht gewagt haben, geht euch genau jetzt diesen Film kaufen, schaut ihn an und ich kann zu 99,9 % garantieren, dass er euch gefallen wird!

Dienstag, 31. Oktober 2017

Was war los im Oktober?

Trotz Schule, Krankheit, allem möglichen Kram schaffe ich es weiterhin einiges zu lesen und auch zu rezensieren, was mich wirklich optimistisch stimmt. Zur Zeit sieht es so aus, als könnte ich locker alle Rezensionsexemplare dieses Jahr noch beenden, und noch einiges von meinem SuB erlösen. Auch wenn ich nächsten Monat eventuell nicht so viel lesen kann wie diesen, ein paar schöne Lektüren werden in meinen November schon passen und ich hoffe, dass ich auch wieder viel rezensieren kann.

GELESEN
- Veronica Roth: Rat der Neun 1 Gezeichnet (beendet)
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 3 Der Thron der Sieben Königreiche
- Maike Claußnitzer: Tricontium (beendet)
- Jennifer Estep: Bitterfrost
- Jojo Moyes: Weit weg und ganz nah
- Antonia Michaelis: Die Worte der weißen Königin
- Lex Martin: Irresistible - Ein Baby kommt selten allein (beendet)
- Cassandra Clare: Lord of Shadows [Hörbuch]
- Krystal Sutherland: Unsere verlorenen Herzen
- Laura Kneidl: Light & Darkness (begonnen)
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- Veronica Roth: Rat der Neun 1 Gezeichnet
- Maike Claußnitzer: Tricontium
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 3 Der Thron der Sieben Königreiche
- Maggie Stiefvater: Schimmert die Nacht
- Mary Kubica: Don't you cry - Falsche Tränen
- Jennifer Estep: Bitterfrost
- Tommy Wallach: This love has no end
- Jojo Moyes: Weit weg und ganz nah
- Hans Rath: Und Gott sprach - Du musst mir helfen!
- Lex Martin: Irresistible - Ein Baby kommt selten allein
- Nicola Yoon: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt
- Cassandra Clare: Lord of Shadows [Hörbuch]
- Elvira Zeißler: Stern der Macht 3 Erwachen

GESEHEN
- Woche 27
- Woche 28
- Woche 29
- Woche 30 
- Woche 31

Samstag, 28. Oktober 2017

Stern der Macht: Erwachen

Autorin: Elvira Zeißler
Seiten: 248
Verlag: über Amazon veröffentlicht
ISBN: 978-3736862890

Worum geht's?

Fünf geheimnisvolle Amulette, zwei uralte Geheimbünde und eine junge Liebe … Durch Salomons grausamen Fluch von Daniel für immer getrennt, steht Erin vor der schwierigsten Entscheidung ihres Lebens: Wie weit ist sie bereit zu gehen, um ihre große Liebe zu retten?

Quelle

Wer ist die Autorin?

"Aufgewachsen in einem Haus voller Bücher galt meine besondere Liebe schon immer dem gedruckten Wort. Im Alter von etwa siebzehn Jahren habe ich es schließlich gewagt, den nächsten Schritt zu gehen und meinen ersten eigenen Roman zu verfassen. In der Zwischenzeit machte ich mein Abitur und studierte BWL an der Uni Münster. Daher dauerte es auch rund acht Jahre, bis mein Debüt – die Mystery-Liebesgeschichte „Dunkles Feuer“ – vollendet war.
Danach hat mich das Schreibfieber endgültig gepackt und bis heute bin ich dem Fantastischen treu geblieben. Ob ein spannendes Abenteuer oder eine gefühlvolle Fantasy Romance, ob eine Zeitreise mit einem Schuss Erotik oder eine Jugend-Mystery-Trilogie – all meinen Romanen wohnt ein gewisser Zauber inne. Bücher sind für mich reine Magie – im wahrsten Sinne des Wortes!" - Elvira Zeißler über sich selbst

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! DRITTEL TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Eine ganze Weile habe ich mich um diese Rezension gedrückt - jetzt ist sie hier, und es fällt mir immer noch schwer meine Meinung erneut zu formulieren. Die Rezension hatte ich nämlich bereits einmal geschrieben, nur ging sie leider im World Wide Web verloren. Eine Erklärung dafür habe ich immer noch nicht, aber das muss euch auch nicht weiter kümmern, so viel nur als Erklärung, denn meine Meinung bekommt ihr jetzt ja ohnehin.

Erin wuchs in diesem Buch wirklich über sich hinaus. Mehr oder minder auf sich selbst gestellt und unter unheimlichem Druck zeigt sich der Diamant in ihr komplett - sie konnte mich beeindrucken und ich habe mir ihr mitgefühlt und mit gebangt.
Auch Nebenfiguren wie Gareth wuchsen über sich hinaus und entwickelten sich zu Charakteren die ich nachvollziehen konnte, nachdem er in Buch 2 keine ganz so große Rolle spielte. Und auch Daniel, auf dessen Entwicklung ich sehr gespannt war, hat mich beeindruckt.

An Daniel und sie habe ich mich im Lauf der Reihe ja "gewöhnt", und hier gefiel mir ihre, durch die Umstände erschwerte, Beziehung wirklich gut. Durch ihre Situation und damit auch Erins beginnt die Geschichte ein wenig ruhiger und fast traurig, doch das Finale ist keineswegs nicht spannend. Vielmehr wurde der Fokus zuerst auf die Folgen von Band 2 gelegt, sodass einem der Wiedereinstieg in die Geschichte leichter fiel und man auch noch ein wenig mehr emotional an die Handlung gebunden war, bevor Wendungen und richtig Action folgte.

Elvira Zeißlers Schreibstil ist weiterhin angenehm zu lesen und der Handlung angemessen; nicht "besonders" im Sinne von hervorstechend oder besonders bildlich oder irgendetwas dieser Art, sondern der Fokus liegt klar auf der Handlung, nicht auf blumigen Beschreibungen. Und apropos Handlung, die "Welt" beziehungsweise der Hintergrund um die Amulette und ihre Entstehung wurde hier vollends gelüftet, und besonders die Verbindung zu den Ereignissen der Gegenwart des Buchs war gelungen.

Wie bereits in den vorherigen Bänden empfand ich es auch als sehr positiv, dass es kein klares "Gut" und "Böse" gab, sondern beide Organisationen die Erin und dem Stern der Macht auf der Spur sind eher in die Grauschattierungen fallen, und sie so noch ein Stück mehr bedroht und gefordert ist. Da hatte ich etwas ganz anderes erwartet und wurde positiv überrascht - wie insgesamt vom Ende der Reihe. Es hat mir gefallen wie Elvira Zeißler alles aufgelöst hat.

Ein tolles Finale! Band 2 bleibt mein Lieblingsbuch der Reihe, doch dieses Ende wird der Geschichte um Erin und die Amulette der Macht wirklich gerecht. Ich werde auf jeden Fall noch mehr von Elvira Zeißler lesen!

 bis Sterne

[Hörbuch] Lord of Shadows

Autorin: Cassandra Clare
Sprecher: Simon Jäger
Länge: 2 CDs/1258 min
Verlag: der Hörverlag
ISBN: 978-3-8445-2587-8

Worum geht's?

Die Dunklen Mächte bedrohen die Unterwelt

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist. Zumal Unruhe herrscht in der Unterwelt ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die neue Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Quelle

Wer ist der Sprecher?

Simon Jäger, geboren 1972, ist u. a. die deutsche Stimme von Matt Damon und Heath Ledger. Außerdem arbeitet der gefragte Synchron- und Hörbuchsprecher als Dialogbuchautor und -regisseur. So hat er die Dialogregie für "Collateral" (2004), "Königreich der Himmel" (2005), "Nachts im Museum" (2006), "Pirates of the Caribbean - Fluch der Karibik 2" (2006) und "Pirates of the Carribean - Am Ende der Welt" (2007) übernommen. Als Hörbuchsprecher hat er u.a. die Romane von John Katzenbach und Sebastian Fitzek gelesen. Im Hörverlag ist Simon Jäger bereits in "Die dunklen Gassen des Himmels" und "Happy Hour in der Hölle" von Tad Williams zu hören.

Quelle

Wie fand ich es?

Oh. Mein. Gott. Ich dachte ja schon, dass Buch 1 "Lady Midnight" wunderbar gewesen wäre, unübertrefflich wunderbar - nun ja, es wurde übertroffen. Einmal angefangen konnte ich nicht mehr aufhören, ich war süchtig - und hätte ich gekonnt, hätte ich direkt mit weiteren Büchern der Reihe weitergemacht, und wäre noch weiter in diese Welt eingetaucht, so süchtig macht sie!

Die Welt der Schattenjäger ist bildhaft und lebendig beschrieben, die gesamte Gestaltung und ihr Aufbau samt Konflikten ist originell und so abwechslungsreich, dass sie unfassbar viel Material für Geschichten um Geschichten um Geschichten bietet, und das merkt man den Geschichten an. Die Handlung wird dadurch sehr komplex, verzwickt und spannend, beeinflusst durch historische Geschehnisse und Kriege, genauso wie Ereignisse der vorherigen Bücher. Es geschieht so viel, viele Zusammenhänge wuchern zusammen, aber nicht auf verwirrende, sondern auf extrem spannende Weise!

Die realhistorischen Parallelen zu der Kohorte, einer der Gegenspieler dieses Buchs, und den Ereignissen um den zweiten Weltkrieg sowie aktuellen Ereignissen sind geschickt gezogen, so offensichtlich, dass eigentlich jeder den Schuss hören sollte, aber nicht ZU übertrieben klar und deutlich. Dadurch gewinnt die Geschichte um die Schatttenjäger und die Unterwelt eine ganz neue Dimension, und da dieser Aspekt in "Lord of Shadows" meiner Ansicht nach stärker als sonst eine Rolle spielt, kann ich kaum erwarten wie sich die hochgeschaukelte, schwierige Situation in "Queen of Air and Darkness" auflösen wird - oder auch nicht, denn es kommt ja auch danach noch eine Reihe.

Doch erst einmal weiter zu diesem Buch. Die Figuren, von denen mir fast alle schon in "Lady Midnight" ans Herz gewachsen sind, konnten mich hier noch mehr überzeugen. Insbesondere Kieran, der im ersten Buch wirklich nicht mein Liebling war mausert sich, und man erfährt mehr über ihn. Auch Charaktere aus den anderen Reihen und Büchern wurden eingebunden, insbesondere dass man Clarys Bezug zu den Ereignissen ein wenig beleuchtet, und auch das Magnus und Alec eine größere Rolle spielen gefiel mir sehr gut, und ist im Rahmen der Ereignisse auch mehr als logisch.

Zu den Hauptfiguren - es ist ja, auch wenn sich das im Laufe der Zeit (oder im Laufe meines Büchergeschmacks) verbessert hat, die Hauptcharaktere kann ich meist weniger leiden als den Rest der Figuren. Fragt Clary und Jace. Und auch in "Lord of Shadows" ist vielleicht Mark oder Kit auf Platz eins, allerdings zusammen mit Julian Blackthorn. Einer der besten, durchdachtesten und tragischsten Figuren überhaupt! Und Emma bildet ein wunderbares Pendant zu ihm, und ist insgesamt eine herausfordernde Figur die einiges an Potenzial hat, das Cassandra Clare auch nutzt. Klasse!

Das Ende... oh mein Gott, das Ende, wie soll ich darüber schreiben ohne zu spoilern... ich versuche es einfach mal. Wirklich, keine Ahnung wie das wieder gut werden soll, oder was gut überhaupt im Rahmen dieser Reihe bedeutet. Ehrlich, jetzt habe ich richtig Angst um alle Figuren (außer Magnus, da er ja in jedem Schattenjägerbuch vorkommen soll, was mir da einen großen Stein vom Herzen fallen lässt). Allerdings liebe ich die Reihe fast noch mehr dafür, denn ehrlich? Etwas musste passieren, um die Situation NOCH weiter zu verschärfen und positiv gesehen (ja, ich sagte positiv) werden jetzt viele Charaktere, insbesondere Julian, die anderen Blackthorns und Emma von einem ganz neuen Standpunkt aus agieren, mit einem anderen Hintergrund an die Herausforderungen herangehen, die der finale Band der Trilogie für sie zu bieten hat. Der Leser wird sie an ihrem "Breaking Point" sehen können, und was sie tun wenn das geschieht wird wahnsinnig spannend werden!

Es gab Momente, da war ich kurz davor mich dem Team "Warum lässt Frau Clare diese Reihe nicht mal in Ruhe und schreibt etwas anderes??" anzuschließen - vor "Lady Midnight" und diesem Buch. Denn die Geschichte ist noch lange nicht erzählt, und ich bin wirklich gespannt, was die Autorin noch daraus macht. Eine sehr gute Lektüre, die den Leser oder Hörer in Atem hält, denn auch Simon Jäger zeigt in diesem Hörbuch was er kann und haucht den Figuren gekonnt lebend ein (mehr dazu in der Rezension zu Teil 1). Ich kann diese Reihe und dieses Buch jedem Fantasyleser ans Herz legen - mit jedem Buch steigert sich Cassandra Clare!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Freitag, 27. Oktober 2017

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Autorin: Nicola Yoon
Seiten: 336
Verlag: Dressler
ISBN: 978-3-7915-2540-2

Worum geht's?

Am Anfang war ein Traum. Und dann war Leben!

Wenn ihr Leben ein Buch wäre, sagt Madeline, würde sich beim Rückwärtslesen nichts ändern: Heute ist genau wie gestern und morgen wird sein wie heute. Denn Madeline hat einen seltenen Immundefekt und ihr Leben lang nicht das Haus verlassen. Doch dann zieht nebenan der gut aussehende Olly ein - und Madeline weiß, sie will alles, das ganze große, echte, lebendige Leben! Und sie ist bereit, dafür alles zu riskieren.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Nicola Yoon, geboren 1972, ist auf Jamaica und in Brooklyn groß geworden. Mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann, der das Artwork zu ihrem Buch gestaltet hat, und der gemeinsamen Tochter in Los Angeles. »Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt« ist ihr literarisches Debüt.

Quelle

Wie fand ich es?

So sehr geliebt und gehypt wurde dieses Buch, ich wusste nicht recht was ich erwarten sollte. Nun, nicht das.

"Du neben mir" lies sich schnell lesen. Es wurde nicht künstlich in die Länge gezogen, doch die Geschichte war gespickt mit sympathischen Dialogen und netten "Gugelhupfgeschichten" die die Handlung wunderbar ergänzen. Kein besonderer Stil, doch passend zur Geschichte und zur gewissen Naivität weil Unerfahrenheit der Erzählerin Madeline.

Die Figuren waren mir beim Lesen schnell sympathisch, wenn auch selbst die Hauptfigur Madeline und Olly ein wenig blass blieben. Besonders Madeline zeigte allerdings im letzten Drittel des Buchs einiges an charakterlichen Aspekten da sie so richtig auf die Probe gestellt wurde, eine Chance die Olly nicht in diesem Ausmaß bekam. Dennoch entwickelte sich ihre Beziehung auf eine gute, niedliche Art und Weise und ihre Annäherung ließ beinahe Herzchen vom Himmel regnen. Doch dieser gewisse Kitschanteil gefiel mir ganz gut, da ich schon bei Cover und Buchbeschreibung damit gerechnet hatte und es durchaus in angemessenem Maß gehalten wurde.

ACHTUNG! GERINGFÜGIG SPOILER BZW. ANDEUTUNGEN Wovor ich ein bisschen Angst hatte, nämlich dass Maddie sich in eine aufgrund ihrer Krankheit  gefährliche Situation begibt, wie in der Kurzbeschreibung schon angedeutet, nur wegen eines Jungen. Denn sicher, Olly ist nett - aber das wäre eine ziemlich zweifelhafte Botschaft. Oberflächlich ist dies der Fall, doch eigentlich trieb sie sich selbst dazu. Jeder Leser dieses Buchs hat sich am Anfang sicher die Frage gestellt, wie er sich in Madelines Situation verhalten würde - eine Fragestellung die durchaus subtil eingebunden wurde und von der ich mir mehr gewünscht hätte, aber immerhin war sie da. Dies als Erklärung für ihr Verhalten, ihr Wunsch nach einem "ganzen" erfüllten Leben, gibt ihrem riskanten Handeln einen ganz anderen Tiefgang, eine Dramatik, die ich mir leider ausführlicher und wirklich angesprochen gewünscht hätte. Das ist verdammt nah am Suizid was sie vorhat, und dennoch scheinen die meisten Menschen in ihrem Leben zu sagen - ja, klar, ist in Ordnung. ENDE SPOILER

Die Wendung ziemlich gegen Ende ist zwar in mancher Hinsicht "zu einfach" oder ich verstehe wenigstens woher dieser Gedanke kommt, mir hat sie aber gefallen. Sie hat den Konflikt zwischen Mutter und Tochter interessanter gemacht und es war definitiv eine nette Idee. Das Ende insgesamt gefällt mir - nicht trostlos, aber auch nicht 'Friede-Freude-Eierkuchen, sämtliche Probleme sind gelöst'.

Eine einfach niedliche, herzerwärmende Geschichte! Ein Jugendbuch voll Hoffnung, Liebe und vor dem tragischen Hintergrund der Handlung dennoch optimistisch, frisch und humorvoll! Gerne werde ich noch etwas von Nicola Yoon lesen, vielleicht kann mir "The sun is also a star" oder ein anderes ihrer (eventuell in der Zukunft erscheinenden) Bücher ja noch besser gefallen! Ich hatte einige Kritikpunkte, doch insgesamt habe ich das Buch so schnell gelesen und so viel Spaß damit gehabt, dass ich ganz aus dem Bauch heraus folgende Bewertung erteile:

 Sterne

Sonntag, 22. Oktober 2017

Irresistible - Ein Baby kommt selten allein

Autorin: Lex Martin
Seiten: 390
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-7363-0566-3

Worum geht's?

Ein Baby zähmt den Bad Boy ...
Brady, Tattoo-Artist und Harley-Fahrer, ist außer sich vor Kummer: Sein Bruder und dessen Frau sind bei einem Unfall ums Leben gekommen. Nun ist es an Brady, die Beerdigung zu organisieren, die Lavendelfarm seines Bruders zu verkaufen und sich um seine kleine Nichte zu kümmern. Zum Glück ist da Katherine, die auf die kleine Isabella aufpasst und sich auf der Farm auskennt. Schnell kochen die Gefühle zwischen dem muskulösen und tätowierten Bad Boy und der kurvigen Latina hoch ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Lex Martin schreibt sexy Contemporary-Romane und arbeitet als Englischlehrerin. Sie liebt Musik und Bücher und lebt zurzeit mit ihrem Mann und ihren Zwillingstöchtern in Los Angeles. Weitere Informationen unter: www.lexmartinwrites.com

Quelle

Wie fand ich es?

Ich dachte anfangs, mich würde hier eine recht oberflächliche Geschichte erwarten. Zugegeben, der Klappentext hat dazu beigetragen. "Baby zähmt Bad Boy", da hat man einfach ein bestimmtes Bild im Kopf. Nach der Leseprobe war ich allerdings überzeugt. Hauptfigur Brady war, trotz etwas klischeehafter erster Szene doch mehr als sein Image, und zeigte verschiedene Facetten.

Auch Katherine mochte ich, denn auch sie wuchs über ihr anfängliches Bild hinaus. Statt der inzwischen fast 'typischen' Jungfrau in Nöten ist sie ein vielseitiger Charakter mit Konflikten und einem Leben, dass sich auch nicht nur auf ihren Typen reduziert, sobald er auf den Plan tritt. Vor allem ihre Unabhängigkeit, und ihre Verknüpfung mit der Farm und den Nachbarn war schön zu lesen und zeigte einen sehr interessanten Aspekt ihrer Persönlichkeit, der sie sympathisch gemacht hat.

Insgesamt verfolgte ich ihre Geschichte zusammen sehr gern, vor allem weil sie größtenteils ohne unsinniges Drama zurecht kam, und dennoch emotional überzeugend war. Sie teilten eine gewisse Chemie, und führten etwas, das man tatsächlich als gesunde Beziehung betrachten kann - leider in diesem Genre eine Seltenheit. Sie sprachen Probleme meist offen an, und wenn nicht, dann hatte das bessere Gründe als Egoismus und zickig sein.

Zudem verhält sich Brady ihr gegenüber (und natürlich auch Kat gegenüber ihm, nur ist es andersrum leider meist nicht so in der Buchwelt) angemessen, ihre Beziehung basiert auf Respekt, gegenseitigem Interesse und Verständnis.Ungewöhnlich gut passt auch die gesamte Babygeschichte und der Anlass dafür in die Geschichte. Die kleine Izzy, als gemeinsame Basis der Beziehung von Kat und Brady wird nicht nur als das behandelt - als Brücke und Grund warum sie sich näher kommen, ja sich überhaupt kennen lernen. Bradys Beziehung zu ihr wird tatsächlich ausgearbeitet, seine Konflikte über ihre Adoption wirkten tatsächlich realistisch... kurz gesagt, klasse einbezogen!

Zusätzlich war das Buch auch noch witzig und leicht zu lesen. Ich flog geradezu durch die Seiten sobald ich mich einmal in die Geschichte hinein gefunden hatte, und konnte oft mit den beiden lachen und zweifeln. Auch die erotischen Szenen waren zumeist gut geschrieben und nicht zu übertrieben und unsinnig zur Handlung zugefügt, sie ergaben sich natürlich, und über den einen oder anderen Satz mal die Augen verdrehen zu müssen, hat da nicht groß gestört.

Es blieb bis zum Ende spannend, doch nicht auf eine 'wir ziehen das Ergebnis unsinnig hinaus' Art, sondern auf realistische Weise, denn die Figuren haben tatsächlich echte Probleme und Leben, die sich nicht in Wohlgefallen auflösen, sie müssen Opfer bringen und Entscheidungen treffen.

Alles in allem wurde ich wirklich positiv überrascht! Ein sowohl niedliches als auch sexy Buch mit authentischer Entwicklung der Figuren und einer überzeugenden Beziehung, die sich natürlich anfühlt. Die Chemie zwischen den Protagonisten stimmt und man hat viel Spaß dabei, ihre Geschichte zu verfolgen. An alle Contemporary/New Adult Leser zu empfehlen!

 bisSterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Lyx Verlag!

Samstag, 21. Oktober 2017

Und Gott sprach: Du musst mir helfen!

Autor: Hans Rath
Seiten: 288
Verlag: rororo
ISBN: 978-3-499-27142-7

Worum geht's?

Was, wenn Gott persönlich dich bitten würde, die Welt zu retten? Vor dieser Frage steht Jakob Jakobi, der Held aus «Und Gott sprach: Wir müssen reden», als er einen alten Bekannten wiedertrifft: Gott.
Der taucht kurz vor Weihnachten in Gestalt des Lebenskünstlers Abel Baumann auf und stellt einmal mehr Jakobs Leben auf den Kopf. Diesmal ernennt er seinen Ex-Therapeuten kurzerhand zum neuen Messias und wirft damit Jakobs Urlaubspläne über den Haufen. Eine bunte Schar Apostel gesellt sich auch bald dazu. Von Veganismus bis Antikapitalismus - es kommen sehr unterschiedliche Vorstellungen zusammen, wie man den Planeten und die Menschheit aus dem Schlamassel ziehen kann. Das richtige Konzept zur Weltrettung lässt sich eben nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln ...

Quelle

Wer ist der Autor?

Hans Rath, geboren 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Zwei Bände seiner Romantrilogie um den Mittvierziger Paul Schubert wurden fürs Kino adaptiert. Seine aktuellen Bücher aus der Reihe «Und Gott sprach» sind ebenfalls Bestseller.

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! FINALE EINER TRILOGIE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Huh, machen wir es kurz und schmerzlos - das schlechteste Buch der Reihe, weswegen ich mich vor der Rezension auch ein wenig gedrückt habe. Der Anfang war noch recht witzig, doch schnell wurde es ziemlich abstrus. Und nicht auf die gute Art abstrus, die diese Reihe bis dato auszeichnete, sondern völlig abwegig und die Geschichte brachte mich fast nur noch zum Stirnrunzeln.

Der Geist der Reihe verblasste einfach, und die Geschichte wurde zu flach. Insbesondere in der Mitte des Buchs zog sich die Handlung wie Kaugummi, und die Suche nach der Besserung der Welt und vor allem Jakobs Rolle darin kam mir mehr als an den Haaren herbeigezogen vor. Natürlich ist es Fiktion, und natürlich sind insbesondere die "Und Gott sprach"-Bücher ein Stück weit abstrus, seltsam und skurril, doch hier war es irgendwann nicht mehr witzig, sondern nur ein Stück nervig.

Einen Großteil der "Verantwortung" für diese negative Entwicklung sehe ich bei der Behandlung der Figuren. Hauptfigur Jakob wurde... langweilig. Ein gemeines Wort dafür, doch leider stimmt es. Auch ihn zeichnete natürlich seine ganze Geschichte hindurch eine gewisse Passivität aus, doch auch in diesem Punkt erreichte es eben den Rand meiner Geduld in diesem Werk. Vor allem Jannika, die Aktivistin, in die sich Jakob verknallt - die als Katalysator für seine 'guten Taten' ihn aber eher jämmerlich wirken lässt und ihn ziemlich unsympathisch macht.

Die positive Nachricht? Es wird gegen Ende wieder besser. Als sich die Geschichte um Jannika ein wenig auflöst, gelangt man wieder zu einem Stück Jakob Jakobi, der sich charakterlich weiterentwickelt. So weit in der Reihe wurde es nämlich ziemlich unglaubwürdig, dass er einfach immer derselbe blieb. Ja, auf den letzten Seiten wurde es sogar wieder witzig.
Und noch ein Pluspunkt - Abel/Gott ist noch immer interessant und witzig. Leider ist er in diesem Buch viel zu wenig...

Leider nicht so gut wie Band 1 und 2, auch wenn sich gegen Ende die Atmosphäre und die Hintergründigkeit, die ich an der Buchreihe geschätzt habe ein Stück weit zurückkehrte. Ich hatte ziemlich hohe Erwartungen an diesen dritten Band, vielleicht lag es daran, dass er mich schlussendlich nicht sehr überzeugen konnte. Es ist kein komplett schlechtes Buch, auch wenn diese Rezension wohl ziemlich negativ wirkt, aber im Vergleich mit dem was ich von Hans Rath sonst gelesen habe, war es kein besonders gutes.

 Sterne

Montag, 16. Oktober 2017

Weit weg und ganz nah

Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 512
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3-499-26736-9

Worum geht's?

Einmal angenommen …
… dein Mann hat sich aus dem Staub gemacht. Du schaffst es kaum, deine Familie über Wasser zu halten. Deine hochbegabte Tochter bekommt eine einmalige Chance. Und du bist zu arm, um ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Plötzlich liegt da ein Bündel Geldscheine. Du weißt, dass es falsch ist. Aber auf einen Schlag wäre dein Leben so viel einfacher …
Und einmal angenommen, du strandest mitten in der Nacht mit deinen Kindern am Straßenrand – und genau der Mann, dem das Geld gehört, bietet an, euch mitzunehmen. Würdest du einsteigen? Würdest du ihm irgendwann während eures verrückten Roadtrips gestehen, was du getan hast?
Und kann das gutgehen, wenn du dich ausgerechnet in diesen Mann verliebst?

Quelle

Wer ist die Autorin?

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

Quelle

Wie fand ich es?

Nach meinem letzten Jojo Moyes Buch hatte ich trotz einiger Kritikpunkte Lust auf gleich noch eins - und da ich von den übrigen zu "Weit weg und ganz nah" schon am öftesten greifen wollte, ergriff ich die Chance und schnappte es mir. Natürlich wurde es auch sofort gelesen und leider war ich nicht ganz so begeistert wie erhofft.

Ein besonders großes Problem für mich - die Protagonisten konnten mich emotional überhaupt nicht erreichen. Anfangs hielt ich Ed für das 'Problem', doch mit der Zeit wuchs er mir sogar ein wenig ans Herz, als das menschliche Chaos, dass er ist.

Nein, ich hatte Probleme mit Jess. An sich hatte ihre Figur alle Ingredienzien zu jemandem mit dem man mitfühlen und der zumindest faszinieren könnte (und das sollte man eindeutig auch) - aber nein, irgendetwas passte nicht. Sie wirkte zu blass und eindimensional, und dadurch wurden ihre Passagen, die einen großen Teil der Geschichte ausmachen, ziemlich zäh und meine Lust die Geschichte weiterzulesen immer geringer, da mir eine emotionale Bindung daran fehlte.

Auch die wunderbaren Nebenfiguren, Tanzie und Nicky, die sehr facettenreich dargestellt wurden und deren Probleme und Entwicklung wirklich den großen Pluspunkt der Geschichte ausmachen, haben mich begeistert. Ihre Kapitel habe ich genossen und habe mit ihnen mit leiden und fühlen können. Insbesondere Nicky, der sich quasi selbst finden muss und das auf originelle Art und Weise tut. Und natürlich Norman! Detailreich und mit liebevollem Drumherum war das Buch definitiv geschrieben, leider konnte das jedoch nicht die Probleme der Geschichte lösen...

Lange Zeit schien die ihren roten Faden nämlich vergeblich zu suchen. Szene reihte sich an Szene und auch wenn ein Funken Humor und der lockere Schreibstil halfen mich durch die Seiten zu treiben musste ich stellenweise wirklich "getrieben" werden. Erst ziemlich gegen Ende wurde es emotional und selbst da, aufgrund meiner fehlenden Bindung zu Jess, konnte auch das die Geschichte für mich nicht mehr retten.

Insgesamt reicht "Weit weg und ganz nah" leider nicht an die anderen Werke von Jojo Moyes heran, die ich bereits gelesen habe, und auch nicht an meine allgemeinen Erwartungen an die Geschichte. Ab und an konnte ich lachen und mit den Nebenfiguren sowie mit der Zeit Ed mitfühlen, doch alles in allem zieht sich die Geschichte sehr, sodass ich fast erleichtert war, das Buch beendet zu haben. Nicht schlecht, aber ich hatte mir mehr erhofft!

 Sterne

Sonntag, 15. Oktober 2017

[Gesehen] Woche 29

Meine zweite und auch schon wieder letzte Ferienwoche habe ich noch mal mit so einigen Serien genossen.

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 2 Folge 1 und Folge 2)
Ich muss sagen: viel mehr von Hannah Wells, viel weniger... 'Russland sind die Bösen, Amerika ist großartig, amerikanischer Traum' und ähnliches Gehabe von dem man in der ersten Folge ja wirklich überschüttet wurde. Ohne diesen mehr als oberflächlichen Handlungsstrang hätte ich mehr Spaß an den Folgen gehabt, speziell da durch die Reaktionen auf Kirkman von Senat und der Bevölkerung durchaus interessante Spannungen angestoßen werden. Kirkman selbst wirkt in letzter Zeit allerdings ziemlich unsympathisch - schade, da ich ihn von Anfang an gemocht habe. An sich möchte ich meine Sympathie für ihn auf nicht gleich aus dem Fenster treten - er bekommt noch eine Chance, aber es war für mich kein guter Einstieg in Staffel 2 in punkto Tom Kirkman. Für ein wenig Spaß sorgte der neu eingeführte, etwas spezielle Political Director Lyor Boone. Auch von ihm wird man hoffentlich noch mehr sehen!

CRAZY EX-GIRLFRIEND (Staffel 2 Folge 1 bis Folge 13)
Oh mein Gott, die zweite Staffel war ja sogar noch besser als die erste!! Insbesondere die Mädchenfreundschaften die auf die Probe gestellt wurden, sich veränderten und neu entstanden haben mich begeistern können, genauso wie Nathaniel, der leider erst ziemlich spät in der Staffel eingeführt wurde... ich hoffe, hoffe, hoffe, mehr von ihm in Staffel 3 zu sehen! Und nach dem Cliffhanger der letzten Folge bin ich insgesamt gespannt darauf, wie Rebeccas Geschichte weitergeht! So gespannt, dass ich die gesamte bisher verfügbare Serie gleich noch einmal geschaut habe...



BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 3 Folge 1 bis Folge 11)
Zum Glück ist Staffel 3 jetzt auch auf Netflix, und sie ist genauso gut wie die vorherigen, bisher jedenfalls. Allerdings hätte ich auch nicht mit dem Gegenteil gerechnet, so viel Genialität kann man gar nicht verpfuschen! (Hoffentlich!) Geht wirklich stark weiter und ich will mir gar nicht vorstellen was für ein fieses Serienhangover mich nach Beenden der Staffel erwarten wird, wenn ich ewig auf Staffel 4 warten werden muss... sämtliche Figuren, sämtliche Interaktionen zwischen ihnen, auch die Mordfälle... ich finde wirklich nichts zu meckern. Und natürlich ist die Serie vor allem witzig - ohne dabei offensiv zu sein. Stattdessen ist "Brooklyn Nine-Nine" originell, facettenreich und skurril, und darin meisterhaft gut!

ORPHAN BLACK (Staffel 4 Folge 1 bis Staffel 5 Folge 10)
Die vierte Staffel ist fast noch besser als die davor - speziell die erste Folge, die sich fast ausschließlich mit Beth beschäftigt war unglaublich! Man erfährt endlich mehr über sie, mit der die gesamte Serie ja eigentlich gestartet ist - die ich aber erst jetzt richtig ins Herz schließen konnte. Auch alle anderen Handlungsstränge bleiben die ganze Zeit interessant, auch in Staffel 5 - und das Ende hat mich daher richtig melancholisch gestimmt. An nur einer Folge hatte ich eine kleine Kritik (5x02), da mir das Ende etwas zu brutal war, und insgesamt nicht zur restlichen Stimmung der Folge und Geschichte passte... doch fünf Minuten werde ich diesem sonst genialen Machwerk sicher nicht ankreiden. Besonders gefallen haben mir in Staffel 5 auch die charakterspezifischen Episoden, in denen ein Leda-Klon besonders behandelt wurde. Insgesamt einfach eine wunderbare Serie, die auch durchaus sinnvoll und vollendet abschließt. Dennoch werde ich die Klone so sehr vermissen, dass es ein bittersüßer Abschied ist! Bei dem Finale musste ich weinen, so sehr waren sie mir alle ans Herz gewachsen...

RIVERDALE (Staffel 2 Folge 1)
Immer noch ein wenig gestelzt und übermäßig dramatisch beginnt die zweite Staffel. Gut gelungen waren die Halluzinationen von Archies Dad, ansonsten kann mich die Serie allerdings weiterhin eher mäßig überzeugen. Ungewöhnlicher Weise mochte ich Archie in dieser Folge allerdings, der mir bis dato eher langweilig erschien. Vielleicht weil er diese Folge tatsächlich mal einen Handlungsstrang hatte, wenn das so weitergeht könnte aus seiner Figur durchaus was werden... Oh, und ebenfalls gut ist der Soundtrack, wer auch immer dafür verantwortlich ist hat ein gutes Händchen für Musik. Wenn mich das Fehlen eines wirklich natürlichen Flows der Geschichte nur nicht so nerven würde... denn das Ende war vielversprechend.

EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE (Staffel 1 Folge 3)
Uuund in einer einzigen Folge ist mir eine neue Figur ans Herz gewachsen und auch gleich wieder brutal herausgerissen wurde. Diese Serie ist ziemlich genial. Allerdings glaube ich, die Atmosphäre "ertrage" ich wirklich nur in Maßen, deshalb werde ich wohl Stück für Stück schauen - aber in der Ruhe liegt ja bekanntlich die Kraft. Bis zum Erscheinen von Staffel 2 Januar 2018 werde ich wohl mit den restlichen fünf Folgen fertig sein - nach dieser Folge habe ich darauf durchaus Lust, wenn auch nicht sofort!