Freitag, 15. Dezember 2017

Der letzte erste Kuss

Autorin: Bianca Iosivoni
Seiten: 512
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-7363-0414-7

Worum geht's?

Das größte Risiko, das beste Freunde eingehen können ...

Elle und Luke sind beste Freunde – und das ist auch gut so. Zu oft sind sie in der Vergangenheit verletzt worden, als dass sie noch an die große Liebe glauben würden. Doch dann ändert ein leidenschaftlicher Kuss alles. Und auf einmal ist es unmöglich, das heftige Prickeln zwischen ihnen noch länger zu ignorieren. Dabei wissen Elle und Luke, wie viel für sie auf dem Spiel steht. Und sie wissen auch, dass sie ihre Freundschaft mehr denn je brauchen ...

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Wer ist die Autorin?

Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören.

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Wie fand ich es?

Nach dem fantastischen ersten Buch und der Tatsache, dass mir Elle und Luke da schon als Nebenfiguren gefallen haben, war ich wirklich gespannt auf ihre Geschichte in "Der letzte erste Kuss".

Elle und Luke hatten mit Problemen zu kämpfen, die einerseits typisch und ein wenig vorhersehbar wirkten, doch wie sie damit umgingen und in die Geschichte integriert wurden, war erfrischend und spannend. Auch, weil sie wie Emery und Dylan mehr sind als ihre traumatischen Erlebnisse und Probleme. Die Balance zwischen ihren Charakteren und ihren Problemen wurde gehalten, und man lernte sie von verschiedenen Seiten kennen und lieben.

Und auch die Balance zwischen den beiden stimmt, zwischen Freundschaft und dem Potenzial für Mehr. Auch wenn jede gute Beziehung auf irgendeiner Art von Freundschaft oder zumindest einem gewissen gegenseitigem Verständnis beruht, ist es schwierig authentisch darzustellen, wie diese Grenzen wenn sie einmal feststanden wieder gebrochen werden. Bianca Iosivoni hat das meisterhaft gelöst, und besonders beeindruckend und liebenswert an Elle und Luke war immer, dass sie füreinander da sind und sich unterstützen - egal was sonst zwischen ihnen los war. Und auch die zaghafte Annäherung, alle Zweifel die sie zurückhielten und die Anziehung zwischen ihnen... es war so gut geschrieben, dass es sich echt anfühlte.

Apropos füreinander da sein - ich hätte a) gerne einen Luke ganz für mich, denn der Typ ist ja mal absolutes Gold und b) gerne einen Freundeskreis wie den der "Firsts"-Reihe. Besonders Tate und Elle in Kombination sorgen für wunderbare, witzige Szenen und ich hoffe auch in Band 3, der sich ganz um Tate drehen wird, wieder von den beiden zusammen lesen zu können. Insgesamt ist die Rolle der Freundschaft in diesem Buch toll, zwischen Elle und Luke und zwischen ihnen und den anderen gleichermaßen. Kleine und große Momente zeigen wie nah sie sich stehen und was sie miteinander und mit dem Rest der Gruppe verbindet, und ich wollte einfach immer mehr davon! (Will immer noch muss ich wohl sagen. Verdammt, ich kann nicht bis Mai warten!)

Durch die Wechsel in der Perspektive bekommt man beide Seiten der Geschichte und beide Figuren sehr nah und persönlich vorgeführt und kann gut mit ihnen mitfühlen - sowohl in den süßen, romantischen oder sexy Momenten, als auch in den traurigen. Und von denen gab es einige. "Der letzte erste Kuss" schreckt nicht davor zurück die ernsten, traurigen und komplizierten Seite zu zeigen - von Elle und ihren Eltern bis zu Luke und seinen Schuldgefühlen.

Insgesamt kann ich nur sagen - noch besser als der erste Teil! Ich habe mit Elle und Luke zusammen gelitten und gelacht, und hoffe, wie von Dylan und Emery in diesem Buch von diesem Paar im dritten Band der Reihe noch ein wenig mehr zu bekommen. Wem "Der letzte erste Blick" gefallen hat, der wird "Der letzte erste Kuss" lieben! Toller Schreibstil, so viel prickelndes Gefühl und sympathische, komplexe Protagonisten!

 Sterne

Dienstag, 12. Dezember 2017

The Heir

Autorin: Kiera  Cass
Seiten: 384
Verlag: Harper Teen
ISBN: 9780062349866

Worum geht's?

A new era dawns in the world of Kiera Cass’s #1 New York Times bestselling Selection series

America and Maxon’s fairy-tale romance enchanted readers from the very first page of The Selection. Now find out what happens after happily ever after in this fourth captivating novel, perfect for fans of Veronica Roth’s Divergent, Lauren Oliver’s Delirium, or Renée Ahdieh’s The Wrath & the Dawn.
Twenty years ago, America Singer entered the Selection and won Prince Maxon’s heart. Now the time has come for Princess Eadlyn to hold a Selection of her own. Eadlyn doesn’t expect anything like her parents’ fairy-tale love story...but as the competition begins, she may discover that finding her own happily ever after isn’t as impossible as she’s always thought.

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Wer ist die Autorin?

Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ...
Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.

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Wie fand ich es?

Zugegeben, geringe Erwartungen trifft ziemlich gut, was ich mit diesem Buch in Verbindung brachte, bevor ich es las. Die ersten drei Teile der Selection-Reihe sprachen mich so gar nicht an, und einige Rezensionen bestätigten meine Befürchtung einer recht oberflächlichen, unreflektierten Geschichte. Doch auch wenn mich von "The Heir" die Prämisse zu sehr überzeugte, um nicht zu versuchen es zu mögen... so richtig daran glauben konnte ich nicht. Ich hatte vor allem ein wenig Angst, dass sich Eadlyn als eine totale Möchtegern-Prinzessin erweisen würde. Nicht pflichtbewusst, sondern arrogant und verzogen.

Und zugegeben, sie hat ihre Ecken und Kanten, aber dass sie eine Prinzessin ist, habe ich ihr durchweg abgekauft. Ein großes Plus dafür! Aufgrund ihrer Beschreibung entschloss ich mich, diesem Spin-Off eine Chance zu geben, und ich habe es nicht bereut. Viele haben sie als selbstsüchtig, naiv und anderes bezeichnet, und dass ihre Persönlichkeit "schwierig" sei - aber viel mehr als eine unabhängige, facettenreiche Figur ist sie nicht. Dass das manchen nicht passt, nun gut. Ich empfand sie, mit all ihren Fehlern, als erfrischend und sympathisch.

Genauso wie die Kandidaten -  nun, sagen wir die relevanten von ihnen. Besonders passend empfand ich, wie sie alle auf unterschiedliche, nicht zwangsläufig romantische Weise Eadlyn beeinflussen und ihr dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen. Denn der romantische Konflikt steht zum Glück nicht im Vordergrund, viel mehr die charakterliche Entwicklung der Protagonistin und wie sie sich weiterentwickelt - denn nicht nur in der Liebe hat sie keine Erfahrungen, viel wichtiger, zwischenmenschlich hapert es generell. Dass so keine Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichte angefangen wurde, den Jungs aber dennoch ganz unterschiedliche, wichtige Plätze in ihrem Leben zukamen, hat mir sehr gefallen.

Ihre Eltern allerdings, besonders America, wurden mir aber einfach nicht sympathisch - ihr Vater war wenigstens noch nachvollziehbar, aber America... nein. Eine weitere Bestätigung für mich, dass es eine gute Idee war, Band 1 bis 3 zu überspringen. Auch wenn ihre Beziehung zu Eadlyn jeweils sehr interessant ist darin die Hauptfigur zu motivieren. Die gesamte Familiendynamik der Schreaves gefiel mir sehr gut, vor allem die Interaktionen der Geschwister waren immer schön zu lesen.

Nach "Love Letters to the Death" habe ich mit "The Heir" auch mein nächstes englisches Buch im Dezember gelesen - vielleicht liegt es also daran, dass ich mich langsam daran gewöhne, oder die Sprache ist hier wirklich einfach gehalten. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, denn auch wenn keine groß eloquenten Wortspiele warten, unterhaltsame Dialoge und sowohl witzige als auch ernste Szenen schaffte Kiera Cass auch so.

Ich würde mir öfter so positive Überraschungen bei Büchern wünschen! Sicher, das Buch ist nicht perfekt, hat hier und da ein paar langatmige Szenen und der Schluss war mir etwas zu knapp geraten, aber ich werde "The Crown" auf jeden Fall lesen. Denn ich hatte mit dem Buch Spaß, habe die Hauptfigur ins Herz geschlossen und es konnte mich insgesamt wirklich gut unterhalten!

 bis Sterne

Sonntag, 10. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 37


DARK (Staffel 1 Folge 10)
Wow! Ich habe mir diese Folge nicht ohne Grund aufgehoben (nun, nicht besonders lang aber immerhin). Mir war so, so klar wie es mir danach gehen würde - genau das trat ein. Es war eine emotionale Achterbahn und hat mir meine Gehirnwindungen gefühlt noch drei Mal verknotet irgendwie die Zusammenhänge zu erkennen... nur, um dann herauszufinden, dass doch wieder alles anders war als gedacht. Verdammt, eine wirklich gute Mystery-Serie!!

WYNONNA EARP (Staffel 1 Folge 2 und Folge 3)
Die Serie nimmt wirklich Fahrt auf und ich freue mich jetzt schon darauf weiterzuschauen! Die ganzen Figuren zeigen sich erst jetzt richtig und ich konnte sich recht schnell ins Herz schließen, besonders Wynonna und Dolls, aber auch von Nicole würde ich gern mehr sehen. Der eigentliche Konflikt hat immer noch einen mysteriösen Touch - aber vor allem für die Dynamik innerhalb der Hauptfiguren werde ich die Serie sicher weiterverfolgen.

Mittwoch, 6. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 35 & 36


ALIAS GRACE (Staffel 1 Folge 2 bis Folge 6)
Die Geschichte nimmt Geschwindigkeit auf, und mein Gott, sie wird spannend! Man wird emotional absolut einmalig aufgewühlt, und nie ist etwas gewiss. Die eindrückliche Kameraführung, die spannenden Verstrickungen die schlussendlich zu den Morden geführt haben, die wunderbar facettenreichen Schauspieler... all das macht die Serie spannend bis zum geht nicht mehr, und ich konnte es nicht erwarten auch die letzte Folge zu sehen! Die "Eskalation" beider Figuren stand bevor, in Vergangenheit und Zukunft... aber das Finale war ganz anders, als ich erwartet hätte. Unerwartet, aber überaus passend - und tragisch. Eine faszinierende Serie!

DARK (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 9)
Die erste deutsche Netflix-Produktion - das konnte ich mir nicht entgehen lassen, und bin sogar über meinen Schatten gesprungen, Horror und Spannung zurzeit eigentlich eher zu meiden. "Alias Grace" war mir eigentlich schon düster genug xD Aber nun ja, ich habe es gewagt - und bereue es nicht. Nicht nur ein wunderschönes Intro hat die Serie (wirklich, sowohl Song als auch Bilder sind klasse - insgesamt hat die Serie wirklich tolle Bilder zu bieten), sie ist auch spannend, düster und auf gewisse Weise trotzdem emotional packend. Schon die erste Viertelstunde hat mich absolut überzeugt, und das obwohl Mystery ja weniger mein Genre ist - eine Serie, die süchtig macht! Ich kann es nicht mehr erwarten, die letzte Folge auch noch zu sehen!

Love Letters to the Death

Autorin: Ava Dellaira
Seiten: 323
Verlag: Hot Key Books
ISBN: 9781471402883

Worum geht's?

Sometimes the best letters are the ones that go unanswered

It begins as an assignment for English class: write a letter to a dead person – any dead person. Laurel chooses Kurt Cobain – he died young, and so did Laurel's sister May – so maybe he'll understand a bit of what Laurel is going through. Soon Laurel is writing letters to lots of dead people – Janis Joplin, Heath Ledger, River Phoenix, Amelia Earhart… it's like she can't stop. And she'd certainly never dream of handing them in to her teacher. She writes about what it's like going to a new high school, meeting new friends, falling in love for the first time – and how her family has shattered since May died.

But much as Laurel might find writing the letters cathartic, she can't keep real life out forever. The ghosts of her past won't be contained between the lines of a page, and she will have to come to terms with growing up, the agony of losing a beloved sister, and the realisation that only you can shape your destiny.

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Wer ist die Autorin?

Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

avadellaira.com

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Wie fand ich es?

Ich habe eine ganze Weile gebraucht um dieses Buch zu beenden - nicht, weil es schwierig zu lesen oder sehr kompliziert aufgebaut wäre, sondern weil es sich wie etwas ganz Besonderes anfühlte. Wie eine ganz besondere Erfahrung, die ich auskosten wollte. Nach Beenden von "Love Letters to the Death" kann ich bestätigen, dass das der Fall ist - es ist ein außergewöhnlicher und unglaublich berührender Roman.

Nachdem ich das Fazit so ein wenig vorgezogen habe, kommen wir zu den ausführlichen Erklärungen warum mich diese Lektüre so überzeugen konnte. Aspekt Nummer 1 ganz klar: Hauptfigur Laurel. Je mehr ich über sie und das Buch insgesamt nachdenke, desto mehr schließe ich sie und ihre Geschichte ins Herz. Wahrscheinlich, weil sie war, was vielen Figuren in ähnlichen Geschichte nicht erlaubt wird zu sein - mehr als die Tragödie. Aber Laurel ist mehr als ihre Geschichte, sie fühlt sich authentisch und ehrlich an. Ich konnte ehrlich mit ihr mitfühlen und sie verstehen, während auch andere Figuren dreidimensional gestaltet sind und Raum in der Geschichte bekommen. Auch sie werden nicht nur durch Laurels Geschichte definiert, sie durchleben ihre eigenen, wodurch sich das Buch viel runder und realistischer anfühlte, sowie Laurels Beziehung zu jedem von ihnen.

Sehr positiv aufgefallen ist mir auch der Aufbau der Geschichte. Die Tatsache, dass der Roman in Briefen erzählt ist, schafft interessante Möglichkeiten für Laurel, zu berichten und relevante Momente herauszupicken, wodurch man nicht nur die Ereignisse kennen lernt, sondern durch die Art wie sie erzählt werden, auch sie als Figur einem noch ein wenig mehr ans Herz wächst. Und auch, weil so nur Stück um Stück Informationen enthüllt werden, wurde ich umso mehr von den Offenbarungen und der Entwicklung der Handlung getroffen. Nicht, weil ich mir nicht etwas dieser Art gedacht hätte - aber es hat mich überrascht, wie sehr es der Autorin gelungen ist, mich mit dieser Geschichte zu treffen. Der Art, wie Laurel sich langsam ihren Gedanken, ihren Hoffnungen und ihren Ängsten stellen muss, die Art, wie sie dabei strauchelt.

Vielleicht hat die Tatsache, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe (deshalb ist der Klappentext hier auch Englisch angegeben), auch eine ganze Menge ausgemacht dabei, wie real ich dieses Buch mitempfunden habe. Ava Dellaira kann definitiv mit Worten umgehen, und ich hätte gefühlt jeden zweiten Satz als Zitat für meinen Blog aufschreiben können. Nun sind es "nur" vier geworden - schaut doch mal auf die Seite, wenn euch interessiert welche Aussagen mich besonders zum Nachdenken gebracht haben, so sehr, dass ich sie hier festhalten will.

"Love Letters to the Death" hat mich so oft zum Weinen gebracht, dass ich irgendwann aufgehört habe zu zählen. Irgendwann nicht mehr nur in den traurigen Momenten, sondern praktisch pausenlos. Emotional gefangen trifft gut, wie es mir mit diesem Buch erging. Es fing mich ein und ließ nicht mehr los. In der Hoffnung, dass es anderen Lesern auch so geht, kann ich diese wunderbar erzählte, emotionale Geschichte nur empfehlen und schwöre hiermit, alles zu lesen, was Ava Dellaira je zu Papier bringt!

 Sterne

Donnerstag, 30. November 2017

Was war los im November?

Einiges angefangen, weniges beendet - aber dafür darf ich mich auf viel freuen, dass ich im Dezember noch beenden kann, denn alle angefangenen Geschichten habe ich schlicht aus Zeitmangel noch nicht fertig gelesen. Gegen Ende des Jahres wird es ja aber ruhiger, und nachdem mit dem November nun auch der NaNoWriMo vorbeigeht, der mich diesen Monat ziemlich beschäftigt hat, kann ich mich im letzten Monat von 2017 wieder mehr dem Lesen widmen.

GELESEN
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Blick
- Reiner Engelmann: Anschlag von rechts (beendet)
- Sabine Schoder: So was passiert nur Idioten. Wie uns.
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Kuss
- George R. R. Martin: Das Lied von Eis und Feuer 4 Die Saat des goldenen Löwen (beendet)
- Jennifer Estep: Spinnenfalle
- Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld (begonnen)
- Ava Dellaira: Love Letters to the Death (begonnen)
- Margot Lee Shetterley: Hidden Figures (begonnen)
- Leigh Bardugo: Grischa - Eisige Wellen (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN

Samstag, 25. November 2017

Spinnenfalle

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 400
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28116-4

Worum geht's?

Messerscharf und rot wie Blut – das ist Gin Blancos neues Abendkleid und es steht ihr ausgezeichnet. Auch wenn sie als Profikillerin eigentlich ununterbrochen Arbeit hat, gibt es eine Feierlichkeit, die sich Gin auf gar keinen Fall entgehen lassen möchte: In einer opulenten Gala in Ashlands angesagtesten Kunstmuseum sollen die ach-so-schicken Besitztümer ihrer jüngst verstorbenen Erzfeindin ausgestellt werden. Doch leider ist die Veranstaltung nicht nur super hip, sondern auch heiß begehrt bei Kriminellen. Kaum hat Gin begonnen, den Abend zu genießen, wird das Museum von einer Diebesbande gestürmt. Eine Frechheit, die die Auftragskillerin nicht auf sich sitzen lassen kann – schließlich ist nicht nur ihr Kleid scharf, sondern auch die Messer darunter ...

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Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Serien um die »Mythos Academy«, »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! TEIL 8 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Man könnte ja denken, inzwischen gehen Figuren und Autorin langsam die Puste und die Ideen aus, was neue Überraschungen und Action in Ashland betrifft, immerhin kommen bis zu diesem Punkt die meisten Reihen nicht einmal, oder werden inzwischen leider langweilig. Aber in Gins inzwischen nun schon achtem Buch steigt man als Leser anders als gewohnt in die Geschichte ein - und umso origineller. Jennifer Esteps Ideenreichtum beweist "Spinnenfalle" definitiv, denn der Banküberfall, der diesmal den Einstieg in Gins neuestes Abenteuer bildet, stellt sie vor neue Herausforderungen und ist aufregend zu lesen. Lebendig schreiben kann die Autorin sehr gut - man fühlt sich als würde man neben Gin durch die Gänge schleichen und auf die Chance warten, seine Gegner zur Strecke zu bringen.

Charakterlich ist Gin auch lange nicht am Ende, denn sie wird einfach nicht langweilig. Nach den emotionalen Zerwürfnissen des letzten Buchs war ich sehr gespannt darauf, wie sie sich weiterentwickeln würde, sowohl als Individuum, als auch in ihrer Interaktion zu Owen. Und ich bin wirklich froh, dass auch wirklich auf beides Wert gelegt wurde - ihre Bewältigung dieser Ereignisse wird nicht auf ihre in die Brüche gegangene Beziehung reduziert, sondern immer wieder kommen auch andere Erfahrungen ins Spiel, die sie aus den Ereignissen gezogen hat und die sie noch beschäftigen.

Die Flashbacks zu Gins erstem Getöteten sind eine tolle Ergänzung, vor allem aufgrund der Verbindung und der Lehre die sie aus diesem Ereignis rückblickend zieht. A) wird es einfach immer interessant sein mehr über ihren Hintergrund zu erfahren, egal wie viel man als Leser schon weiß, und B) erklärte es die komplizierte Ebene ihrer Beziehung zu Owen. Dass sie das ihm gegenüber klar gestellt hat, sich insgesamt nicht entschuldigt für die Person die sie ist sondern zu sich und ihren Entscheidungen steht, auch wenn sie manchmal nach hinten losgehen - ich liebe sie einfach. Es ist immer wieder wunderbar, von ihr lesen zu dürfen!

Insbesondere, dass auch Owen eine Entwicklung und Gelegenheit bekommt, offen in Bezug auf die Ereignisse zu sein und die ganze Kommunikation der beiden - das erinnert mich daran, warum ich die Interaktionen dieser Figuren so gerne lese. Auch wenn sie gerade auf völlig unterschiedlichen Punkten stehen, nähern sie sich an und ich bin der Meinung in diesem Buch ist das auf sehr authentische Weise geschehen.

Wo wir bei Interaktion und Annäherung sind - auch das Gin und Brias Beziehung - eher im Hintergrund, aber immerhin - weiter entwickelt wird und sie mehr zusammen wachsen, ist im Rückblick auf die vorherigen Bücher und ihre dortigen Probleme wirklich wunderschön und besonders eine Stelle, an der das auch Gin im Buch reflektiert fasste mir das wunderschön zusammen.

Wie in Gins Kämpfen und besonders gegen Ende deutlich wird, entwickeln sich mit ihrem Charakter (wenn auch unabhängig davon) ihre Fähigkeiten weiter. Dass darauf eingegangen wird, und sie zwar gewisser Maßen stärker wird, ihr aber dennoch nicht alles in den Schoß fällt, ist wunderbar kombiniert worden. Sie muss weiterhin wirklich arbeiten, ihre Gerissenheit und Klugheit, ihre körperlichen Fähigkeiten UND ihre Elementarmagie richtig einsetzen um ihre Gegner fertig zu machen. Damit kann man viel besser mit ihr mitfiebern, wenn durchaus die Möglichkeit besteht, dass sie mal verliert oder unterliegt.

Die Gruppe an Figuren, beständig wachsend (wenn auch nicht in diesem Buch), um Gin Blanco ist mir im Laufe der Bücher wirklich ans Herz gewachsen - alle als unabhängige Figuren genauso wie in ihrer Interaktion miteinander und mit Gin. Allein dafür, dass Jennifer Estep diesen Spagat schafft würde ich schon immer weiter lesen wollen - aber auch von der Gruppendynamik abgesehen wird "Elemental Assassin" nicht langweilig.

 Es gibt neue Herausforderungen, neue Gelegenheiten, neue Rätsel - diese Geschichte ist hoffentlich noch lange nicht zu Ende erzählt! Die Überleitung in den nächsten Teil, beziehungsweise in eine komplett neue Situation für ganz Ashland, deren Lösung sich wohl über ein paar Bücher hinweg erstrecken wird, ist interessant und ich bin schon sehr gespannt, welche Gefahr (oder wird es keine Gefahr?) da auf Gin und ihre Freunde warten wird. Sicher ist nur, sie wird mit 5-Messer-Set am Körper bereit stehen und ihm oder ihr entgegen treten.


Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper/ivi Verlag!