Sonntag, 14. Januar 2018

Hot Mama

Autorin: Jennifer Estep
Seiten: 400
Verlag: Piper
ISBN: 978-3-492-28038-9

Worum geht's?

Feurige Heldin sucht Mann fürs Leben

Fiona Fine ist die heißeste Fashion-Designerin in Bigtime, New York. Buchstäblich. Denn nach Feierabend wird Fiona zu Fiera, einer Superheldin mit Feuerkräften. In letzter Zeit musste Fiona viel durchmachen, besonders der Tod ihres Verlobten macht ihr zu schaffen. Aber sie will sich nicht unterkriegen lassen und neu anfangen, daher scheint es gutes Karma zu sein, als Fiona den sexy Geschäftsmann Johnny Bulluci auf der Hochzeit einer Freundin kennenlernt. Nur leider tauchen neue Superschurken auf und crashen die Hochzeit. Fiona weiß nicht, worauf sie aus sind, aber wenn sie es nicht herausfindet, ist sie diejenige, die dieses Mal in Flammen aufgehen könnte …

Quelle

Wer ist die Autorin?

Jennifer Estep ist Journalistin und SPIEGEL-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erscheinen ihre Young-Adult-Serien um die »Mythos Academy« und »Black Blade« sowie die Urban-Fantasy-Reihen »Elemental Assassin« und »Bigtime«.

Quelle

Wie fand ich es?

ACHTUNG! BAND 2 EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Für eine gute Superheldengeschichte bin ich immer zu haben, deshalb habe ich auch so gern zu "Karma Girl" und jetzt zu "Hot Mama" gegriffen. Und ich muss sagen, die ganze "Welt" von Bigtime, die in dieser Reihe aufgebaut wird, ist interessant und steckt voller spannender Charaktere und guter Geschichten. Die Art wie Superhelden behandelt werden ist einzigartig - zumindest was meine bisherigen Erfahrungen mit dem Thema betrifft.

Dadurch wird eine wunderbar individuelle Atmosphäre geschaffen, und durch den Witz, der immer ganz selbstverständlich in Esteps Geschichte mit einfließt geriet ich wieder in einen regelrechten Sog und konnte, einmal angefangen, gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Ein Stück weit vorhersehbar war "Hot Mama" definitiv, wie schon "Karma Girl", auf eine charmante, Klischees ausreizende und liebenswert behandelnde Weise. Was mich also nicht weiter gestört hätte - wenn die Antagonisten nicht so... platt gewesen wären. Speziell Siren ging mir wirklich nur auf die Nerven und ich konnte sie nicht ernst nehmen, egal wie bedrohlich oder gefährlich sie war.

Ich muss leider auch sagen, dass mir die Beziehung von Johnny und Fiona nicht wirklich gefallen hat. Manche Äußerungen von ihm stießen mir etwas sauer auf, und ihre emotionale Verbindung kam mir zu kurz. Sehr schnell kamen sie von Sex zu tieferen Gefühlen, ungeachtet sämtlicher Probleme zwischen ihnen, nicht nur von außen. Und auch wenn ich Fiona als individuellen Charakter sehr gern mochte, mit all ihren Ecken und Kanten, in ihren Szenen mit Johnny schien sie manchmal komplett anders als sonst. Insgesamt wirkte er mir zu eindimensional - und auch wenn seine Motivation und Gedanken zum Ausdruck kamen, geschah mir das zu platt um wirklich mit ihm mitfühlen zu können.

An sich aber war sie sympathisch, nicht perfekt und definitiv eine starke Persönlichkeit. Auch wenn es durchaus Szenen gab, in denen ich sie nicht mochte (beispielsweise wann immer sie sich darüber echauffierte, dass eine gewisse andere Figur sich wie eine "Schlampe" (Zitat) verhielte), im Großen und Ganzen bin ich ihr gern durch die Geschichte gefolgt.

Auch ihre Beziehung zu Travis bzw. ihren Abschluss mit dieser hat mich sehr gefallen und wirkte authentisch, wie er immer auf eine Art und Weise präsent war, aber sie sich langsam dafür bereit machte, ihr Leben weiterzuleben. Und sie und Lulu haben mich ebenfalls überzeugt. Zwischen diesen Figuren wirkte eine nette, witzige und dennoch komplizierte Chemie. Ich hätte gern noch mehr von der Freundschaft dieser beiden Charaktere gesehen! Naja, vielleicht in einem anderen Buch...

Leider bisher das schwächste Buch, dass ich von Jennifer Estep gelesen habe, auch wenn mir ihr Schreibstil und die grundsätzliche Idee gefallen hat. Ich werde die Reihe definitiv weiterverfolgen, denn die Rahmenhandlung und der Hintergrund gefällt mir wirklich gut! Dennoch hoffe ich bei Band 3 auf facettenreichere Antagonisten und einen besseren Love Interest. Aber so gut wie mir Bella Bulluci schon in diesem Buch gefiel, kann das eigentlich nur gut werden!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Piper Verlag!

Sonntag, 31. Dezember 2017

Was war los im Dezember?

Zugegeben, zum Lesen bin ich seltener gekommen in diesem Monat als ich mir gewünscht hätte - andererseits habe ich dafür einiges andere geschafft. Ich musste dieses Jahr alles in allem Prioritäten setzen, und auch wenn ich den Dreh WIE noch nicht ganz raus habe, irgendwie bin ich durchgekommen. Das wird dann wohl auch mein unspektakulärer Vorsatz für 2018: Irgendwie durchkommen und viel Spaß haben.
Aber kommen wir erst mal zum letzten Spaß mit Büchern in diesem Jahr. Serien habe ich gegen Ende des Jahres allerdings kaum geschaut - größtenteils Wiederholungen von z.B. "Jane the Virgin" u.ä., aber da ich auch zum Bloggen kaum gekommen bin war mir das nicht wirklich einen Post wert... ab Januar allerdings geht es wieder ans Eingemachte und ich teile neue Filme und Serien mit euch :) Ich gehe auch mit einigen angefangenen Büchern und Rezensionsexemplaren ins Jahr 2018 - nicht meine Idealvorstellung, aber es ist, wie es ist. Apropos, zweiter Vorsatz: Entspannung in Bezug aufs Lesen, das hat sich im vergangenen Jahr als der beste Ansatz erwiesen, um die Geschichten auch wirklich genießen zu können.

GELESEN
- Ava Dellaira: Love Letters to the Death (beendet)
- Kiera Cass: The Heir
- Margot Lee Shetterley: Hidden Figures (beendet)
- Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld (beendet)
- Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl
- Kiera Cass: The Crown
- Alan Bradley: Flavia de Luce 8 Mord ist nicht das letzte Wort (begonnen)
- Jennifer Mathieu: Moxie (begonnen)
- Anna Banks: Nemesis (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- Ava Dellaira: Love Letters to the Death
- Kiera Cass: The Heir
- Bianca Iosivoni: Der letzte erste Kuss
- Margot Lee Shetterley: Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen
- Alina Bronsky: Nenn mich einfach Superheld
- Kiera Cass: The Crown
- Hermann Vinke: Das kurze Leben der Sophie Scholl

GESEHEN
- Woche 37
- Woche 38 (nichts Neues geschaut)
- Woche 39 (nichts Neues geschaut)
- Woche 40 (nichts Neues geschaut)

An euch alle: Guten Rutsch ins neue Jahr!

[3x3] Eine Prinzessin und Superhelden - fiktive und echte

Autorin: Alina Bronsky
Seiten: 240
Verlag: KiWi
ISBN: 978-3-462-04462-1

Worum geht's?

Marek traut seinen Augen nicht, als er den Gruppenraum im Familienbildungszentrum betritt: ein Stuhlkreis mit sechs versehrten Jugendlichen, geleitet von einem unrasierten Guru mit sanfter Stimme und langem Haar. Ausgerechnet eine Selbsthilfegruppe! Marek dachte, er würde eine Lerngruppe fürs externe Abitur besuchen, und will mit der »Krüppeltruppe« nichts zu tun haben – doch schon ist er mittendrin und sein Leben steht Kopf.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, lebt seit Anfang der Neunzigerjahre in Deutschland. Ihr Debütroman »Scherbenpark« wurde zum Bestseller, fürs Kino verfilmt und ist inzwischen beliebte Lektüre im Deutschunterricht. Es folgten die Romane »Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche« und »Nenn mich einfach Superheld«. »Baba Dunjas letzte Liebe« wurde für den Deutschen Buchpreis 2015 nominiert. Die Rechte an Alina Bronskys Romanen wurden in 15 Länder verkauft. Sie lebt in Berlin.

Quelle

Wie fand ich es?

Wie ich es nach meinen ersten Romanen von Alina Bronsky bereits erwartet habe, ist der Schreibstil und die gesamte Atmosphäre des Buchs etwas sperrig, verrückt und speziell. Das sorgt einerseits dafür, dass es unglaublich faszinierend ist, die Geschichte weiterzuverfolgen - sie erscheint wie eine große Chiffre.

Das betrifft vor allem die Charaktere. Sie tuen fast weh, die Figuren. Sie verwirren und reagieren unerwartet, und auch wenn die Geschichte deshalb wohl nicht jedem Leser zusagen wird, mir hat sie genau deshalb gefallen. Die Akteure der Handlung sind alles andere als perfekt, ja teils nicht einmal sympathisch - allerdings trotzdem spannend.

Vor allem Marek, den Protagonisten, zu mögen fiel mir anfangs schwer, doch das lag auch im Sinn der Autorin. Er soll als genau so sperrig und innerlich verwundet erscheinen wie er ist, andernfalls wäre seine Entwicklung nicht so faszinierend wie sie ist. Sie verläuft keineswegs stufenlos, aber dafür sehr authentisch.

Fazit: Eine besonderer, ungewöhnlich geschriebener und ungewöhnlich erzählter Roman, den man nicht einfach nebenher lesen kann, sondern ihn geradezu erleben muss. Es ist keine "Alles ist gut"-Geschichte, nicht einmal eine "Alles wird gut"-Geschichte, aber ich habe sie gern gelesen - zu empfehlen!

 Sterne

-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Autorin: Kiera Cass
Seiten: 288
Verlag: Harper Teen
ISBN: 9780062392183

Worum geht's?

In The Heir, a new era dawned in the world of The Selection. Twenty years have passed since America Singer and Prince Maxon fell in love, and their daughter is the first princess to hold a Selection of her own.

Eadlyn didn’t think she would find a real partner among the Selection’s thirty-five suitors, let alone true love. But sometimes the heart has a way of surprising you…and now Eadlyn must make a choice that feels more difficult—and more important—than she ever expected.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ...
Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.

Quelle

Wie fand ich es?

Und damit wäre ich auch schon am Ende dieser Reihe angekommen... Wie schon "The Heir" habe ich dieses Buch schnell gelesen, mich oft sehr gut unterhalten gefühlt und mit den Figuren mitgefiebert.

Ich war insgesamt wirklich gespannt, wie die Autorin ihre Geschichte auflösen würde - nicht nur auf Eadlyns Wahl sondern auch in Bezug auf die politischen Vorgänge in Illea. Rein realitätsbezogen bin ich ein politischer Mensch, sodass mir die Kritik an der Monarchie und die Probleme auf die Eadlyn stößt je mehr sie versucht die Konflikte in ihrem Land zu lösen durchaus interessant vorkamen. Zugegeben, es ist ein wenig einfach gelöst wurden.

Zugegeben, manches an dieser Geschichte wirkte schlussendlich etwas einfach bearbeitet - aber irgendwie macht es ein wenig den Charme der von Kiera Cass geschaffenen Welt aus. Besonders die Charaktere helfen ungemein, dass solche kleinen Kritikpunkte nicht allzu schwer wiegen. Besonders Eadlyns Entwicklung und ihre Beziehung zu den Jungs und ihrer Familie konnte mich berühren - eine wunderbare Protagonistin, von der ich gerne noch viel mehr gelesen hätte!

Ich hätte es wirklich nicht gedacht, aber hiermit gäbe ich es zu: Insgesamt hat mich die Dilogie von Kiera Cass besser unterhalten und vor allem mehr zum Nachdenken und Mitfühlen gebracht als ich vorher angenommen hätte.

 bis Sterne

----------------------------------------------------------------------------------------------------------------

DAS KURZE LEBEN DER SOPHIE SCHOLL
[aus irgendwelchen Gründen kann das Cover nicht abgebildet werden]

Autor: Hermann Vinke
Seiten: 224
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3-473-38047-3

Worum geht's?

Am 22. Februar 1943 wurde die 21-jährige Sophie Scholl hingerichtet. Sie war Mitglied der "Weißen Rose", einer Studentengruppe, die mit Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler aufgerufen hatte. Hermann Vinke beschreibt ihr Leben in Form von Dokumenten, Zeugenaussagen, Briefen und Fotos.


Wer ist der Autor?

Hermann Vinke, geboren 1940, studierte Geschichte und Soziologie in Hamburg. Er war Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und Auslandskorrespondent für die ARD und den WDR. Seit 2000 ist er ARD-Korrespondent für Osteuropa/Baltikum. Vinke ist Autor preisgekrönter Sachbücher, u. a. erhielt er für Das kurze Leben der Sophie Scholl den Deutschen Jugendbuchpreis. Im Arche Verlag erschien zuletzt Fritz Hartnagel: Der Freund von Sophie Scholl. Hermann Vinke lebt in Bremen und Berlin.


Wie fand ich es?

"Das kurze Leben der Sophie Scholl"... ja, kurz war es, aber was für eins! 

In diesem kleinen Büchlein bekommt man als Leser ein sehr umfassendes Bild dieser jungen Frau - umfassend deshalb, weil ihre Geschichte von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Sie wird nicht nur als Widerstandskämpferin und Rebellin gezeigt, sondern auch als Schwester, als Tochter, als Studierende und als Freundin.

Sehr fasziniert haben mich auch ihre Bilder und die Fotografien, die neben Zeitzeugenberichten bzw. Berichten von Bekannten und Freunden Sophies durch die Geschichte führen. Ein lebendiges Abbild ihres Lebens, ihrer Gedanken und ihrer Werte wird gezeigt und dadurch auch eine Art Appell an den Leser gerichtet. Egal unter welchen Umständen, Sophie Scholl stand - auch im Angesicht des Todes - für ihre Werte, für Würde, für das Gute an das sie glaubte, für all das ein.

Es ist schwierig, dieses Buch zu bewerten - es ist kein Roman, sondern ein Bericht. Empfehlen kann ich "Das kurze Leben der Sophie Scholl" aber definitiv. So wichtig es ist, sich an all die Schrecken der NS-Zeit zu erinnern! 

 bis Seiten

Sonntag, 17. Dezember 2017

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Autorin: Margot Lee Shetterley
Seiten: 400
Verlag: Harper Collins
ISBN: 9783959676434

Worum geht's?

1943 stellt das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NACA,die später zur NASA wird, erstmalig afroamerikanische Frauen ein. „Menschliche Rechner“ - unter ihnen Dorothy Vaughan, die 1953 Vorgesetzte der brillanten afroamerikanischen Mathematikerin Katherine Johnson wird. Trotz Diskriminierung und Vorurteilen, treiben sie die Forschungen der NASA voran und Katherine Johnsons Berechnungen werden maßgeblich für den Erfolg der Apollo-Missionen. Dies ist ihre Geschichte.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Margot Lee Shetterly ist eine unabhängiger Wissenschaftlerin und bekam einen Zuschuss der Alfred P. Sloan Foundation, um für "Hidden Figures" recherchieren zu können. Derzeit forscht sie für ihr „Human-Computer –Project“, ein digitales Archiv der Geschichte der weiblichen „menschlichen Computer“ in der NASA. Sie lebt in Hampton, Virginia und Valle de Bravo, Mexiko.

Quelle

Wie fand ich es?

Nach dem großen Hype um den Kinofilm konnte ich gar nicht anders, als mich von diesem Buch angesprochen zu fühlen - und habe mich wirklich am Riemen gerissen, den Film nicht zu schauen, bevor ich fertig gelesen habe. Manchmal fiel es mir schwer - auch weil sich "Hidden Figures" ab und an zog.

Denn dieses Buch ist eindeutig mehr Bericht als Roman, weswegen es mir anfangs ein wenig schwer fiel hineinzufinden. Das Markante, Besondere ist eindeutig die beeindruckende Recherchearbeit die dahinter steckt. Margot Lee Shetterley hat unübersehbar einiges an Arbeit in die Ergründung der historischen Ereignisse gesteckt und alle Quellen sind im Anhang nachprüfbar. Sie hat sich hier also nicht irgendetwas aus den Fingern gesogen, sondern alles belegbar erforscht und ein umfangreiches Bild der Zeit des zweiten Weltkriegs und des Kalten Kriegs geschaffen.

Dabei schafft sie es die Begebenheiten nicht einfach nur herunterzurattern sondern zu verknüpfen, verschiedene Handlungsstränge ineinander zu verweben und zu verknüpfen, und damit eine logische Kritik der Zeitumstände zu schaffen. Denn um die Probleme und Fehler der USA in dieser Zeit, die sich im Kern bis heute gehalten haben, geht es vor allem. Insbesondere um Rassismus und Segregation - und die mutigen Frauen (und, in diesem Buch eher im Hintergrund stehend, aber durchaus einbezogenen) und Männer, die ihren eigenen Weg gegangen sind und Geschichte - egal wie unerkannt - geschrieben haben.

Sehr interessant und wahrscheinlich sehr authentisch empfand ich den beschriebenen Konflikt der Afroamerikaner vor allem zur Zeit des Kalten Kriegs - sie kämpften nicht nur an einer Front, außerhalb des Landes gegen den erklärten Gegner Sowjetunion, sondern auch in ihrem Land um Gleichberechtigung. Beziehungsweise stellte sich die Frage - können sie für die Werte der "amerikanischen Demokratie" kämpfen, wenn sie ihnen teils versagt bleiben?

Die Autorin stellt wichtige Fragen und beschränkt sich dabei nicht nur auf die Aktionen gegen Afroamerikaner in de USA, sondern fasst mit kritischem Blick genauso außenpolitische Aktionen der USA ins Auge. Ich war wirklich positiv überrascht von der Reflektiertheit des Textes, ist es doch eher typisch für westliche Medien, in Ost-gegen-West-Themen wie  der Beurteilung des Kalten Kriegs klare Position zu beziehen.

Insgesamt ein wirklich lesenswerter Roman voller Informationen und interessanter Fakten, die zumindest mir bisher unbekannt waren - Geschichtsschreibung ist nun einmal sehr selektiv. Die Geschichten von Katherine Johnson, Dorothy Vaughan, Mary Jackson und vielen anderen Vergessenen werden hier erzählt und die Geschichte erwacht vor den Augen des Lesers wieder zum Leben. Sachlich, informativ und fesselnd - wenn man dem Buch eine Chance gibt.

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an das Bloggerportal von Hidden Figures!

Freitag, 15. Dezember 2017

Der letzte erste Kuss

Autorin: Bianca Iosivoni
Seiten: 512
Verlag: Lyx
ISBN: 978-3-7363-0414-7

Worum geht's?

Das größte Risiko, das beste Freunde eingehen können ...

Elle und Luke sind beste Freunde – und das ist auch gut so. Zu oft sind sie in der Vergangenheit verletzt worden, als dass sie noch an die große Liebe glauben würden. Doch dann ändert ein leidenschaftlicher Kuss alles. Und auf einmal ist es unmöglich, das heftige Prickeln zwischen ihnen noch länger zu ignorieren. Dabei wissen Elle und Luke, wie viel für sie auf dem Spiel steht. Und sie wissen auch, dass sie ihre Freundschaft mehr denn je brauchen ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Schon seit frühester Kindheit ist Bianca Iosivoni, geb. 1986, von Geschichten fasziniert. Mindestens ebenso lange begleiten diese Geschichten sie durch ihr Leben. Den Kopf voller Ideen begann sie als Teenager mit dem Schreiben und kann sich seither nicht vorstellen, je wieder damit aufzuhören.

Quelle

Wie fand ich es?

Nach dem fantastischen ersten Buch und der Tatsache, dass mir Elle und Luke da schon als Nebenfiguren gefallen haben, war ich wirklich gespannt auf ihre Geschichte in "Der letzte erste Kuss".

Elle und Luke hatten mit Problemen zu kämpfen, die einerseits typisch und ein wenig vorhersehbar wirkten, doch wie sie damit umgingen und in die Geschichte integriert wurden, war erfrischend und spannend. Auch, weil sie wie Emery und Dylan mehr sind als ihre traumatischen Erlebnisse und Probleme. Die Balance zwischen ihren Charakteren und ihren Problemen wurde gehalten, und man lernte sie von verschiedenen Seiten kennen und lieben.

Und auch die Balance zwischen den beiden stimmt, zwischen Freundschaft und dem Potenzial für Mehr. Auch wenn jede gute Beziehung auf irgendeiner Art von Freundschaft oder zumindest einem gewissen gegenseitigem Verständnis beruht, ist es schwierig authentisch darzustellen, wie diese Grenzen wenn sie einmal feststanden wieder gebrochen werden. Bianca Iosivoni hat das meisterhaft gelöst, und besonders beeindruckend und liebenswert an Elle und Luke war immer, dass sie füreinander da sind und sich unterstützen - egal was sonst zwischen ihnen los war. Und auch die zaghafte Annäherung, alle Zweifel die sie zurückhielten und die Anziehung zwischen ihnen... es war so gut geschrieben, dass es sich echt anfühlte.

Apropos füreinander da sein - ich hätte a) gerne einen Luke ganz für mich, denn der Typ ist ja mal absolutes Gold und b) gerne einen Freundeskreis wie den der "Firsts"-Reihe. Besonders Tate und Elle in Kombination sorgen für wunderbare, witzige Szenen und ich hoffe auch in Band 3, der sich ganz um Tate drehen wird, wieder von den beiden zusammen lesen zu können. Insgesamt ist die Rolle der Freundschaft in diesem Buch toll, zwischen Elle und Luke und zwischen ihnen und den anderen gleichermaßen. Kleine und große Momente zeigen wie nah sie sich stehen und was sie miteinander und mit dem Rest der Gruppe verbindet, und ich wollte einfach immer mehr davon! (Will immer noch muss ich wohl sagen. Verdammt, ich kann nicht bis Mai warten!)

Durch die Wechsel in der Perspektive bekommt man beide Seiten der Geschichte und beide Figuren sehr nah und persönlich vorgeführt und kann gut mit ihnen mitfühlen - sowohl in den süßen, romantischen oder sexy Momenten, als auch in den traurigen. Und von denen gab es einige. "Der letzte erste Kuss" schreckt nicht davor zurück die ernsten, traurigen und komplizierten Seite zu zeigen - von Elle und ihren Eltern bis zu Luke und seinen Schuldgefühlen.

Insgesamt kann ich nur sagen - noch besser als der erste Teil! Ich habe mit Elle und Luke zusammen gelitten und gelacht, und hoffe, wie von Dylan und Emery in diesem Buch von diesem Paar im dritten Band der Reihe noch ein wenig mehr zu bekommen. Wem "Der letzte erste Blick" gefallen hat, der wird "Der letzte erste Kuss" lieben! Toller Schreibstil, so viel prickelndes Gefühl und sympathische, komplexe Protagonisten!

 Sterne

Dienstag, 12. Dezember 2017

The Heir

Autorin: Kiera  Cass
Seiten: 384
Verlag: Harper Teen
ISBN: 9780062349866

Worum geht's?

A new era dawns in the world of Kiera Cass’s #1 New York Times bestselling Selection series

America and Maxon’s fairy-tale romance enchanted readers from the very first page of The Selection. Now find out what happens after happily ever after in this fourth captivating novel, perfect for fans of Veronica Roth’s Divergent, Lauren Oliver’s Delirium, or Renée Ahdieh’s The Wrath & the Dawn.
Twenty years ago, America Singer entered the Selection and won Prince Maxon’s heart. Now the time has come for Princess Eadlyn to hold a Selection of her own. Eadlyn doesn’t expect anything like her parents’ fairy-tale love story...but as the competition begins, she may discover that finding her own happily ever after isn’t as impossible as she’s always thought.

Quelle

Wer ist die Autorin?

Kiera Cass wurde in South Carolina, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in Virginia. Die Idee zu den ›Selection‹-Romanen kam ihr, als sie darüber nachdachte, ob Aschenputtel den Prinzen wirklich heiraten wollte – oder ob ein freier Abend und ein wunderschönes Kleid nicht auch gereicht hätten ...
Mit ihren ›Selection‹-Romanen hat es Kiera Cass weltweit auf die Bestseller-Listen geschafft.

Quelle

Wie fand ich es?

Zugegeben, geringe Erwartungen trifft ziemlich gut, was ich mit diesem Buch in Verbindung brachte, bevor ich es las. Die ersten drei Teile der Selection-Reihe sprachen mich so gar nicht an, und einige Rezensionen bestätigten meine Befürchtung einer recht oberflächlichen, unreflektierten Geschichte. Doch auch wenn mich von "The Heir" die Prämisse zu sehr überzeugte, um nicht zu versuchen es zu mögen... so richtig daran glauben konnte ich nicht. Ich hatte vor allem ein wenig Angst, dass sich Eadlyn als eine totale Möchtegern-Prinzessin erweisen würde. Nicht pflichtbewusst, sondern arrogant und verzogen.

Und zugegeben, sie hat ihre Ecken und Kanten, aber dass sie eine Prinzessin ist, habe ich ihr durchweg abgekauft. Ein großes Plus dafür! Aufgrund ihrer Beschreibung entschloss ich mich, diesem Spin-Off eine Chance zu geben, und ich habe es nicht bereut. Viele haben sie als selbstsüchtig, naiv und anderes bezeichnet, und dass ihre Persönlichkeit "schwierig" sei - aber viel mehr als eine unabhängige, facettenreiche Figur ist sie nicht. Dass das manchen nicht passt, nun gut. Ich empfand sie, mit all ihren Fehlern, als erfrischend und sympathisch.

Genauso wie die Kandidaten -  nun, sagen wir die relevanten von ihnen. Besonders passend empfand ich, wie sie alle auf unterschiedliche, nicht zwangsläufig romantische Weise Eadlyn beeinflussen und ihr dabei helfen, über sich hinaus zu wachsen. Denn der romantische Konflikt steht zum Glück nicht im Vordergrund, viel mehr die charakterliche Entwicklung der Protagonistin und wie sie sich weiterentwickelt - denn nicht nur in der Liebe hat sie keine Erfahrungen, viel wichtiger, zwischenmenschlich hapert es generell. Dass so keine Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichte angefangen wurde, den Jungs aber dennoch ganz unterschiedliche, wichtige Plätze in ihrem Leben zukamen, hat mir sehr gefallen.

Ihre Eltern allerdings, besonders America, wurden mir aber einfach nicht sympathisch - ihr Vater war wenigstens noch nachvollziehbar, aber America... nein. Eine weitere Bestätigung für mich, dass es eine gute Idee war, Band 1 bis 3 zu überspringen. Auch wenn ihre Beziehung zu Eadlyn jeweils sehr interessant ist darin die Hauptfigur zu motivieren. Die gesamte Familiendynamik der Schreaves gefiel mir sehr gut, vor allem die Interaktionen der Geschwister waren immer schön zu lesen.

Nach "Love Letters to the Death" habe ich mit "The Heir" auch mein nächstes englisches Buch im Dezember gelesen - vielleicht liegt es also daran, dass ich mich langsam daran gewöhne, oder die Sprache ist hier wirklich einfach gehalten. Das ist nicht unbedingt negativ gemeint, denn auch wenn keine groß eloquenten Wortspiele warten, unterhaltsame Dialoge und sowohl witzige als auch ernste Szenen schaffte Kiera Cass auch so.

Ich würde mir öfter so positive Überraschungen bei Büchern wünschen! Sicher, das Buch ist nicht perfekt, hat hier und da ein paar langatmige Szenen und der Schluss war mir etwas zu knapp geraten, aber ich werde "The Crown" auf jeden Fall lesen. Denn ich hatte mit dem Buch Spaß, habe die Hauptfigur ins Herz geschlossen und es konnte mich insgesamt wirklich gut unterhalten!

 bis Sterne

Sonntag, 10. Dezember 2017

[Gesehen] Woche 37


DARK (Staffel 1 Folge 10)
Wow! Ich habe mir diese Folge nicht ohne Grund aufgehoben (nun, nicht besonders lang aber immerhin). Mir war so, so klar wie es mir danach gehen würde - genau das trat ein. Es war eine emotionale Achterbahn und hat mir meine Gehirnwindungen gefühlt noch drei Mal verknotet irgendwie die Zusammenhänge zu erkennen... nur, um dann herauszufinden, dass doch wieder alles anders war als gedacht. Verdammt, eine wirklich gute Mystery-Serie!!

WYNONNA EARP (Staffel 1 Folge 2 und Folge 3)
Die Serie nimmt wirklich Fahrt auf und ich freue mich jetzt schon darauf weiterzuschauen! Die ganzen Figuren zeigen sich erst jetzt richtig und ich konnte sich recht schnell ins Herz schließen, besonders Wynonna und Dolls, aber auch von Nicole würde ich gern mehr sehen. Der eigentliche Konflikt hat immer noch einen mysteriösen Touch - aber vor allem für die Dynamik innerhalb der Hauptfiguren werde ich die Serie sicher weiterverfolgen.