Donnerstag, 22. Juni 2017

Skin. Das Lied der Kendra

Autorin: Ilka Tampke
Seiten: 480
Verlag: penhaligon
ISBN: 978-3-7645-3143-0

Worum geht's?

Niemand weiß, woher sie kommt. Niemand weiß, zu wem sie gehört. Und doch ist sie ihrer aller Rettung.

Eine Tierhaut zu tragen bedeutet für den Stamm der Caer Cad alles: Sie steht für den Glauben der Menschen, für ihre Vorfahren, für ihr Land. Nur die vierzehnjährige Waise Ailia hat niemanden, der ihr eine Haut hätte vererben können, und ist damit eine Außenseiterin – bis sie durch eine geheimnisvolle Begegnung auf den Weg geführt wird, der ihr seit jeher vorherbestimmt ist. Sie soll zur Kendra werden, zur größten Wissenshüterin des alten Glaubens. Für Ailia beginnt eine Reise in eine ihr unbekannte Welt, wo sie nicht nur ihrer großen Liebe begegnet, sondern ihr Land auch vor einer großen Gefahr retten muss …

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Wer ist die Autorin?

llka Tampke wurde 1969 in Sydney geboren. Sie studierte Theaterwissenschaften und begann im Anschluss ein weiterführendes Studium in kreativem Schreiben. 2012 wurde sie mit der Glenfern Fellowship ausgezeichnet. Ihre Kurzgeschichten und Artikel sind in mehreren Anthologien veröffentlicht worden. Sie lebt in Woodend, Australien. Skin ist ihr erster Roman.

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Wie fand ich es?

Oh man, dieses Buch... es hat mich nun eine Weile begleitet, wie Leute die mich schon länger verfolgen vielleicht wissen werden. Ich habe es ewig vor mir hergeschoben es zu lesen bzw. fertig zu lesen. Doch nun, ha ha, es ist geschafft und ich kann euch meine Meinung dazu präsentieren.

Beginnen wir positiv, mit dem Aspekt der mich trotz langer Zwischenphasen in denen ich das Buch überhaupt nicht weitergelesen habe, immer wieder zur Geschichte gezogen hat - mal abgesehen davon, dass ich sie als Rezensionsexemplar irgendwie lesen "musste". Ich spiele auf die interessante Weltgestaltung an, die den Rahmen von "Das Lied der Kendra" bildet.

Druiden und England zur Zeit des Aufstiegs und der Ausweitung des römischen Imperiums gehören zugegeben nicht zu Themengebieten über die ich tagtäglich Diskussionen führe und mich begeistern kann. Dennoch zogen mich die Mythen, das dargestellte alltägliche Leben, die ganze Umgebung der Figuren an. Auch wenn ich nichts dazu sagen kann wie historisch akkurat der Roman in diesen Belangen wirklich ist - es las sich sehr authentisch und man konnte sich das Leben der Hauptfigur Ailia lebendig vorstellen.

Ailia als Protagonistin selbst war... nun ja. (Womit wir beim negativeren Mittelteil meiner Rezension angekommen wären.) Ich kann an ihr, wie an allen anderen Figuren, eigentlich nicht herummeckern. Sie war komplex, hatte theoretisch interessante Hintergründe und Motive und doch... fehlte mir die Verbindung zu ihr. Generell fehlte mir zur Geschichte eine emotionale Verknüpfung, die Möglichkeit zum mitgerissen werden. Ich wurde von den Charakteren nicht überrascht, nicht beeindruckt. Sie waren... da. Teils mehr oder weniger facettenreich, aber mir alle gleich egal, so gemein das vielleicht klingt.

Teilweise lag es vermutlich daran, dass die Geschichte lange nicht in Schwung kam. Deshalb habe ich auch endlos lange gebraucht, das Buch endlich zu beenden. Mich hielt einfach nichts an den Seiten. Die positiv zu bemerkenden Aspekte hielten mein Interesse schon wach, doch nicht genug, dass ich die nächste Seite nicht erwarten konnte. Die Antagonisten und allgemein die Gefahren auf die in den ersten zwei Dritteln des Buchs immer wieder angedeutet werden bleiben zu blass und zu unwirklich, als dass man sie ernst nehmen oder mitfiebern könnte. Nach dem schockierenden Epilog - der einen zugegeben sehr guten Bogen zu den letzten Seiten schlägt, bravo! - lief die Geschichte vor sich hin, aber sämtliche Gegenspieler blieben passiv.

Doch dann - die letzten fünfzig Seiten. Ich bin immer noch ein bisschen überwältigt davon, wie in diesem letzten Abschnitt alles das was mir davor im Buch gefehlt hat plötzlich da war. Leider etwas spät, aber immerhin. Die Spannung stieg steil an, und die Autorin wagte einen wirklich mutigen Schritt mit ihrem Ende und stürzte Figuren und Leser in ein emotionales Chaos. Ich habe mich immer noch nicht ganz davon erholt muss ich zugeben... Leider, leider, leider kam diese Begeisterung eben erst zu diesem Zeitpunkt im Buch.

Insgesamt konnte mich das Buch, trotz der interessanten Grundidee und Weltgestaltung nicht besonders überzeugen. Es ist gut geschrieben, mit spannenden Handlungssträngen, dennoch fehlte mir die emotionale Verbindung zu Figuren und Geschichte, um so richtig mitfiebern zu können. Das Ende konnte noch einmal einiges rausreißen, aber konnte Anfang und Mittelteil insgesamt einfach nicht aufwiegen. Ein gutes Buch, für mich leider nicht mehr!

 bis

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den penhaligon Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Mittwoch, 31. Mai 2017

Was war los im Mai?

Ja, das war echt schlecht.
Das hat Gründe, über die ich bereits öfter gesprochen habe, ich will mich nicht nur immer wiederholen und euch langweilen. Ich kann nur hoffen, dass es mir gelingt im Juni wieder mehr zu lesen, mehr zu bloggen, generell mal ein wenig produktiver zu sein.

GELESEN
- Heather Anastasiu - Secrets. Ich gebe nicht auf
- Skin. Das Lied der Kendra
- Juli Zeh - Corpus Delicti

GESEHEN
- Woche 5 und 6
- Woche 7
- Woche 8

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- Molly McAdams - To the stars. Wenn du die Sterne berührst
- Heather Anastasiu - Secrets. Ich gebe nicht auf

Sonntag, 21. Mai 2017

[Gesehen] Woche #8

Und wieder mal ohne lange Vorrede meine gesehenen Serien. Ich verspreche, es gibt auch bald wieder mehr Rezensionen und Bücherthemen.

DESIGNATED SURVIVOR (Staffel 1 Folge 15 bis Folge 17)

Huh, irgendwie hinterlässt mich die Serie immer ein wenig sprachlos. Die Richtung gefällt mir immer noch sehr gut, besonders auf Aarons weitere Rolle bin ich gespannt - und natürlich auf die Auflösung der Verschwörung. Ich habe nämlich immer noch keine Ahnung wer da genau wie dahinterstecken soll, und auch wenn immer mal wieder etwas logisch aufgeklärt wird, was mich bisher vom Augenverdrehen und Aufgeben abgehalten hat, wird die Spannung hochgehalten. Was Nebenhandlungsstränge betrifft muss ich auch den bezüglich des Waffengesetzes ansprechen - kann man Tom Kirkman bitte in die Realität bekommen? Bitte? Toller Präsident ohne zu unrealistisch zu agieren (ich meine, es ist immer noch die USA, es ist meiner Ansicht nach gut dargestellt, dass sich die Mentalität nicht so einfach ändern lässt, man aber trotzdem Gutes schaffen kann). Wie auch immer, ich bin gespannt auf die nächsten Folgen!


TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 13)
Hm, wenn ich schon bei der vorigen Serie etwas unsicher war was ich sagen soll, dann sieht das bei dieser Buchverfilmung noch schlimmer aus. Damit meine ich nicht, dass die Serie schlecht ist, nur hat sie mich ein wenig zwiegespalten hinterlassen. Anders als viele andere bin ich auch der Meinung, dass die angekündigte zweite Staffel definitiv nötig ist, damit sich das Konzept der Serie - mehr Fokus auf die Nebenfiguren - auszahlt. Ich wurde insgesamt von dieser Staffel überzeugt und habe die Serie gern gesehen, doch kann ich nicht sagen, dass ich sie so hype wie andere Serien, z.B. Sense8 oder Orphan Black. Fast würde ich davon sprechen, dass sie ein wenig überbewertet wird, auch wenn die Themen die "Tote Mädchen lügen nicht" anspricht unglaublich wichtig sind und auch die Figuren facettenreich und interessant sind. Empfehlenswert daher ja, doch nicht alles hat überzeugt.

CONFESS (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 7)
Ja, zwischen die Dramen, Comedies und die Fantasyserien hat sich auch mal eine Liebesgeschichte geschlichen. "Confess" basiert auf einem Buch von Colleen Hoover, von der ich bisher zwar nicht das betreffende, aber bereits andere Werke gelesen habe. Da ich größtenteils überzeugt wurde, musste ich mir auch diese Geschichte zu Gemüte führen; da alle Folgen auf Youtube verfügbar sind, diesmal nicht in Buchform. Die Schauspieler haben wirklich toll harmoniert, und vor allem die Rolle des Owen empfand ich als sehr gut und mal etwas anders als den typischen Bad Boy Love Interest. Auch Auburn gefiel mir ganz gut, gegen Ende verlief sich die Serie jedoch ein bisschen und verlor an Spannung und Fahrt für mich. Das wurde in der letzten Folge zwar wieder herausgeholt, für mich war das jedoch ein bisschen zu spät. Doch trotz kleiner Schwächen konnte ich die Geschichte genießen und kann die Serie jedem empfehlen!







Sonntag, 14. Mai 2017

[Gesehen] Woche #7

Eigentlich hatte ich ja nicht vor viel zu schauen - habe ich eigentlich auch nicht. Wieso seltsame Betonung auf "eigentlich"? Nun ja, es fühlt sich trotzdem nach viel an. Ich habe zwei Serien beendet, und nebenher wahnsinnig viel zu tun gehabt. Für die nächste Woche, in der ich voraussichtlich mehr Zeit habe (nachdem Montag und Dienstag erstmal vorbei sind), nehme ich mir mal wieder "Designated Survivor" vor - und eine neue Serie anzufangen bzw. auch gleich zu beenden. Netflix hat ja zum Glück viele schöne, kurze Serien zu bieten. In der engeren Auswahl liegen bisher "La chicas del cable", "Glitch", "Thirteen Reasons Why" und "Dear White People".

ANNE WITH AN E (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 7)
Mal vorab, Anne of Green Gables habe ich nie gelesen, daher ging ich ohne irgendwelche Erwartungen oder eine Ahnung von der Figur oder Geschichte in die Geschichte. In Erwartung einer netten, kurzen Serie für zwischendurch schaute ich hinein - und wurde überrascht. Ich hatte mir Anne völlig anders vorgestellt, und musste mich zugegeben erst einmal an ihre... sagen wir, aufgeweckte Art gewöhnen. Doch als das einmal geschehen war, wurde ich immer mehr fasziniert von ihrer Welt, ihrer Entwicklung, der ganzen Geschichte um Green Gables. Annes wunderbare Schauspielerin leistet einen großen Beitrag zu meiner Begeisterung, man musste sie und ihre eigenwillige, schillernde Figur einfach ins Herz schließen! Ich habe die Serie wirklich genossen und würde mich über eine zweite Staffel wirklich freuen!

RIVERDALE (Staffel 1 Folge 11 bis Folge 13)
Huh. Das war also die erste Staffel Riverdale - und nicht die letzte, Staffel 2 wird es offenbar geben. Glücklicher Weise möchte ich bemerken. Es ist zwar im Laufe der ersten Staffel nicht gerade meine Lieblingsserie geworden, dennoch ist jede Folge gute, spannende Unterhaltung, und ich will gern wissen, wie es mit den Figuren weitergeht. Denn dieses Finale war schon eine Veränderung für alle, und auf die Auswirkungen bin ich wirklich gespannt!

STOLZ UND VORURTEIL
Einen Abend habe ich auch für das Schauen eines Films genutzt, den ich zwar schon kannte, aber doch sehr gern noch einmal sehen wollte. Stolz und Vorurteil ist ein Klassiker, meiner Meinung nach berechtigt. Die Geschichte ist zeitlos, und einfach viel mehr als die klassische Liebesstory, und ich habe auch alle anderen Aspekte wahnsinnig genießen können - und trotzdem gleich mit angefangen für Mr. Darcy zu schwärmen. Die Schauspieler überzeugen, genauso wie das Setting und der Soundtrack. Alles in allem ein Film zum immer wieder Schauen, voller Witz und toller Charaktere!

Dienstag, 9. Mai 2017

Secrets. Ich gebe nicht auf

Autorin: Heather Anastasiu
Seiten: 293
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-641-15747-0

Worum geht's?

Eine ausweglose Situation. Ein übermächtiger Gegner. Und nur eine einzige Chance, die Menschheit zu retten.

Zoe und die anderen Rebellen sind auf der Flucht, denn sie mussten ihr Camp aufgeben. Nun stehen sie der übermächtigen Kanzlerin scheinbar hilflos gegenüber, und diese verfolgt ihre Pläne mit unbeirrbarer Grausamkeit. Die letzte Hoffnung der Freiheitskämpfer ist, das Link-System, mit dem die Kanzlerin die Emotionen der Menschen kontrolliert, zu zerstören und somit eine Revolution zu entfachen. Doch dafür muss Zoe in die Gemeinschaft zurückkehren – eine schier unmögliche Aufgabe, der sie sich allein stellen soll. Doch das Schicksal der Welt hängt von ihr ab.

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Wer ist die Autorin?

Heather Anastasiu ist in Texas aufgewachsen und lebt heute mit ihrer Familie in Minneapolis. Die passionierte Leserin liebt nichts so sehr wie Bücher, abgesehen von ihren zahlreichen Tattoos und ihren pinken Haaren. Die dystopische Trilogie Secrets ist ihre erste selbstverfasste Romanserie.

www.heatheranastasiu.com

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Wie fand ich es?

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich diese Reihe begonnen habe und irgendwie fühlt es sich seltsam an, sie jetzt bereits beendet zu haben. Die vergangene Zeit fühlt sich irgendwie wirklich kurz an... Und auch wenn sie nicht zu meinen Lieblingsreihen für immer und immer gehört, werde ich mich definitiv doch an die Lektüre von "Secrets" erinnern. Denn meine Güte, diese Bücher haben insgesamt so viel richtig gemacht. Speziell dieses Finale!

Zunächst einmal sind positiv die vielen Wendungen zu erwähnen, mit denen der Handlung immer neue Spannung verlieren wird. Glaubt man man weiß was vorgeht, schockiert bereits die nächste Überraschung... und viele Bücher, Serien und Filme versuchen erfolglos zu überraschen, "Secrets" gelang das bereits im letzten Buch wirklich gut. Ebenso wie die Authentizität der übersinnlichen Kräfte. Besonders Zoes haben mir hierbei wirklich gefallen, da sie - wie alle anderen, bei ihr allerdings besonders hervorstechend - tatsächlich auch Nachteile haben, die sie genauso wie ihre charakterlichen Schwächen ab und an straucheln lassen. Viel zu oft hat man perfekte Figuren mit unter anderem nachteillosen Fähigkeiten mit denen sie aus jeder brenzligen Situation ohne Anstrengung herauskommen. Da gespannt zu bleiben fällt nicht leicht, hier gelang das mühelos, einfach weil bis zum Ende der Ausgang unsicher blieb, da die Protagonistin durchaus scheitern könnte... ob sie es tut oder Erfolg hat, müsst ihr aber natürlich selbst herausfinden.

Die Protagonistin ist mir in diesem Buch wirklich ans Herz gewachsen. Versteht mich nicht falsch, ich mochte sie bereits vorher, doch hier wurde ihre Entwicklung deutlich, die in den letzten Büchern angelegt wurde. Vor allem deshalb handelt es sich meiner Meinung nach bei "Ich gebe nicht auf" um das beste Buch der Reihe. Der Titel ist in Bezug auf Zoe Programm. Sie lebt ihre Kämpfernatur, ihre Erfahrungen und ihre Ängste... mit dieser Person konnte man sich identifizieren und es machte unglaublich viel Spaß ihre Reise zu verfolgen.

Dies lag auch in weiten Teilen daran, dass man wirklich das Gefühl hatte, dass etwas auf dem Spiel stand. Es gibt so Bücher, in denen in jedem zweiten Satz die große Gefahr und das drohende, ach so scheußliche Übel breit geredet wird, doch wenn es dann zur Action kommt ist alles doch nicht mehr ganz so schlimm. Diesen Fehler vermeidet "Secrets". Ohne großartig blutiger zu sein als das Durchschnittsjugendbuch oder den Weg zur Klimax mit toten Figuren zu pflastern, kommt die dramatische Weltuntergangsstimmung un die Spannung wirklich beim Leser an. Dinge verändern sich, alles wird schlimmer, viel schlimmer, ehe es besser wird. Lange habe ich nicht mehr so intensiv mitfiebern können! Vor allem, da für Fehler oder Komplikationen tatsächlich Konsequenzen gezogen wurden.

Dies lässt auch die Liebesgeschichte dieser Reihe hervorstechen. Adrien und Zoe bekommen wieder Zeit zu scheinen, doch die Art wie ihre... freundlich ausgedrückt Probleme angegangen und die Geschehnisse des vorigen Buchs nicht einfach nett und einfach gelöst wurden, war beeindruckend anders. Ganz ähnlich der Auflösung der anderen Handlungsstränge, in Bezug auf die ich mal genauso wenig vorher verraten möchte. Nichts löst sich einfach so durch Zauberhand, die Figuren werden vor wirkliche, schwierige Herausforderungen und Entscheidungen gestellt!
Wer "Ich gebe nicht auf" gelesen hat, wird wissen was ich mit all dem meine; wer nicht: Worauf wartet ihr?

Leider ist diese Dystopie nicht bekannter - verdient hätte sie es! Ich bin von der gesamten Trilogie wirklich überzeugt worden, besonders dieser dritte ist absolut spannend, abwechslungsreich und einfach ein tolles Leseerlebnis! Kurzum, absolut zu empfehlen an alle mutigen Leseratten!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den blanvalet Verlag und das Bloggerportal Randomhouse!

Montag, 8. Mai 2017

[Gesehen] Woche #5 und #6

So viel war wieder einmal nicht los. Dafür das ich erneut nur drei Serien geschaut habe, hatte es speziell die zweite wirklich in sich, der ich das letzte Wochenende gewidmet habe. OMG. OMG. Mehr dazu weiter unten. Wie ich danach an irgendeiner anderen Geschichte noch Interesse haben soll, ist mir schleierhaft.
Was Pläne für die folgenden Wochen betrifft, bin ich da mal zurückhaltend was Schau-Ziele betrifft. Ich bin schulisch recht eingespannt, außerdem bin ich gerade ein wenig angeschlagen gesundheitlich... nein, sämtliche nicht total wichtigen Dinge verschwinden erst mal von der To-Do-Liste. Ich würde allerdings gern Designated Survivor und Riverdale nächste Woche bis zum aktuellen Stand schauen bzw. sogar die laufende Staffel beenden im zweiten Fall. Viel braucht es dazu ja nicht mehr. Davor drücke ich mich allerdings zugegeben gerade; ich will nicht so ganz, dass diese beiden Serien sich dem (vorläufigen?) Ende nähern.

ARROW (Staffel 1 Folge 15 bis Staffel 2 Folge 2)
Huh, also... einiges ist passiert. Nette Überraschungen, Felicity wächst mir weiterhin ans Herz und der "neue" Charaktere Roy wird mir ebenfalls immer sympathischer. Ich bin sehr gespannt, wie es mit ihm weitergehen wird. Was Laurel Lance betrifft muss ich leider sagen das ich sie nicht mehr so gut leiden kann wie in den ersten Folgen der Serie. Irgendwie habe ich das Gefühl sie wird mir mit jeder Folge unsympathischer - hoffentlich wird das wieder...
Was den großen Spannungsbogen von Staffel 1 betrifft bin ich sehr froh wie er geendet hat. Überraschend, was nicht viele Serien schaffen. Ich bin gespannt, wie Team Arrows weitere Herausforderungen aussehen und wie/ob sie sie bewältigen können.

SENSE8 (Staffel 2 Folge 2 bis Folge 11)
Die zweite Staffel Sense8. Wie ich bereits einmal geschrieben habe, seid froh, dass ihr mich nicht im echten Leben kennt und euch die Serie gefallen könnte. Ich hätte euch bereits darüber vollgequatscht wie genial sie ist, ohne ein Ende zu finden - und wie die zweite Staffel verdammt noch besser als die erste ist! Wirklich, nach meinem Bingewochenende fühlte ich mich als hätte ich ganze Leben gelebt durch das Schauen dieser Serie - unglaublich gut gemacht, unglaublich gute Charaktere. Soundtrack, Filmtechnik, Schauspieler, Plot... ich finde wirklich nichts zu bemängeln. Und nach diesem Cliffhanger (kann mir mal jemand verraten wieso die richtig schlimmen Sachen immer meinen Lieblingsfiguren passieren? Ist das irgendwie Karma oder hab ich einfach nur einen... unglücklichen Menschen-/Figurengeschmack?) ... nein, ich brauche Staffel 3. Am liebsten gestern. Da das unmöglich ist, werde ich die Staffel definitiv noch endlos viele Male rewatchen - bisher habe ich sie ja nur insgesamt etwa zwei bis drei Mal gesehen. Nur. ;)

SHADOWHUNTERS (Staffel 1 Folge 1 bis Folge 5)
Und dann, nur der Vollständigkeit halber, habe ich auch noch eine andere Serie gerewatcht, die ich bereits vor einer Weile gesehen habe. Über die Qualität der Serie streitet man sich ja. Ich persönlich mag Shadowhunters, speziell wegen der Schauspieler die für ihre Rollen meiner Ansicht nach sehr passend gewählt sind. Einige Dinge ergeben natürlich gar keinen Sinn, einige unübersehbare Schönheitsfehler hat diese Buchadaption. Nicht abzustreiten. Aber auch wenn beide Staffeln die bisher existieren meiner Meinung nach stockend beginnen, werden sie doch irgendwie immer besser zum Ende hin und man wird wirklich in die Geschichte hineingesogen. Ich bin gespannt, wie die Serie sich weiter entwickelt - im Juni sollen ja bereits neue Folgen kommen, oder?

Montag, 1. Mai 2017

To the stars. Wenn du die Sterne berührst

Autorin: Molly McAdams
Seiten: 400
Verlag: Mira Taschenbuch Verlag
ISBN: 9783956499746

Worum geht's?

Harlow kann nicht glauben, dass der drei Jahre ältere Knox sein Versprechen hält, auf sie zu warten, bis sie endlich zusammen sein können. Schließlich ist sie es, die den Pakt bricht: Als Knox sie an ihrem achtzehnten Geburtstag anruft, hat sie ihr Herz einem anderen geschenkt. Aber sie merkt schnell, dass sie eine entsetzlich verhängnisvolle Wahl getroffen und sich an den Falschen gebunden hat. Wird Knox ihr je verzeihen können – oder ist es bereits zu spät?

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Wer ist die Autorin?

Molly McAdams wuchs in Kalifornien auf. Heute lebt sie mit ihrem Ehemann und ihren vierbeinigen Hausgenossen in Texas. Wenn sie nicht gerade an ihren erfolgreichen New-Adult-Romanen schreibt, kuschelt sie sich am liebsten daheim auf die Couch und schaut Filme. Sie hat eine besondere Schwäche für frittierte saure Gurken (eine Spezialität im Süden der USA!) und weiche Schmusedecken.

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Wie fand ich es?

Diese Geschichte hat mich in mehrerer Hinsicht sprachlos gemacht. Zunächst einmal, stellt euch meine Überraschung vor als ich von Prolog zum ersten Kapitel kam, und sich die ganze Geschichte als bedeutend dunkler und dramatischer entpuppte als erwartet. Ich saß wirklich mit offenem Mund vor dem Buch und war so "Waaaas? Mit der Erwartung habe ich das NICHT aufgeschlagen! Sich an den Falschen gebunden heißt es im Klappentext, wer kann denn ahnen, dass das SO gemeint ist?!" Anfangs hatte ich auch kleine Zweifel ob die Autorin der wirklich komplexen, schwierigen Thematik gerecht werden kann (das schaffen beeindruckend viele Menschen nicht, zumindest meinem Gefühl nach) noch schlussendlich wurde ich wirklich beeindruckt.

Denn Authentizität hat die Geschichte wirklich zu bieten. Deutlich wird das vor allem an der Protagonistin Harlow. Bevor ich auf sie zu sprechen kommen kann, muss ich jedoch zwangsläufig erst auf den Aufbau der Geschichte eingehen - der mir nicht-erwartungsgemäß sehr gut gefallen hat. Es wurde mehrmals in der Zeit gesprungen, vor allem in der ersten Hälfte der Geschichte, während abwechselnd aus Knox' und Harlows Sicht berichtet wird. Viele Autoren schaffen es in meiner Erfahrung auch nicht, dass der Leser dennoch den Überblick in der Geschichte behält, da es eben sehr große "Löcher" in der Geschichte gibt, die erst mit der Zeit erklärt werden, anfangs jedoch verwirren. Hier hat das jedoch funktioniert und die Fragezeichen im Kopf wirken ergänzend zur Geschichte. Allerdings wird einem eben nichts so essentielles hundert Seiten vorenthalten, dass man den Rest nicht verstehen kann, stattdessen wurde die Spannung gesteigert.

Spannung hat die Geschichte einige. Und damit kommen wir zu Harlow. Ihr Leben ist wirklich nicht beneidenswert, da es komplett beherrscht wird von Collin, auch bereits als der Falsche an den sie sich gebunden hat. Eine Missbrauchsbeziehung auf eine Weise darzustellen, die man mitempfinden und in gewisser Weise verstehen kann (von der Seite des Opfers aus, nicht falsch verstehen), die authentisch wirkt, ist wie gesagt nicht einfach. Doch Harlows Alltag, die kleine und große Gewalt die sie immer wieder aufs Neue erfährt, wird greifbar für den Leser. Schockierend, selbstverständlich. Wer da empfindlich ist, eventuell aus persönlicher Erfahrung, sollte sich vielleicht überlegen ob er die Lektüre wagen sollte.

Anfangs fiel es mir schwer, Harlows Charakter wirklich einzuschätzen und sie wirkte irgendwie... nicht wie eine reale Person mit Eigenschaften, Stärken und Schwächen, einem Individuum abseits von den Qualen die sie ausstehen muss. In den Szenen in der Vergangenheit wird sie zwar charakterisiert, doch unterscheidet sich ihr damaliges Ich natürlich stark von dem Charakter der sie nach zweieinhalb Jahren mit Collin ist. Insgesamt ergab es jedoch sehr viel Sinn, was mir mit jeder Seite klarer wurde - es ist in gewissem Sinne "natürlich", dass sie abseits dieser zerstörenden Beziehung keine großen Eigenschaften zeigt. Selbiges zu unterdrücken zeichnet ihr Leben aus. Charakter zeigt sich sehr viel subtiler, nur für den aufmerksamen Leser zugänglich. Sie ist ein wirklich durchdachter Charakter und es macht zwar nicht unbedingt im konventionellen Sinne Spaß ihre Seite der Geschichte zu lesen, doch sie beeindruckte und faszinierte mich immer mehr.

So interessant ich "ihren" Teil des Buchs fand, so teils... belanglos empfand ich Knox'. Seine Szenen gehen unter, und ihn empfand ich im Rückblick als einen an sich ein wenig zu blassen Charakter. Er hatte keine wirklichen Ecken und Kanten sondern wurde eher idealisiert. Ebenfalls verständlich aus Harlows Sicht, immerhin ist er ihr Ritter in schimmernder Rüstung, in mehr als einer Hinsicht. Doch auch wenn seine Freunde und andere mit ihm Interagierenden durchaus kritisieren, so werden doch nicht besonders viele Facetten seiner Persönlichkeit gezeigt.

Vielleicht lag es auch daran, dass ich Knox und Harlow als Kombination anfangs so gar nichts abgewinnen konnte. Wobei das auch nicht ganz stimmt - ich mochte sie. Ihre Interaktionen waren leicht, ganz nett zu lesen, mehr jedoch nicht. Die Art große Liebe als die sie dargestellt werden, konnte ich ihnen stellenweise nicht abkaufen. Auch ging mir die Entwicklung ihrer Beziehung in der Realität deutlich zu schnell. Andererseits gibt es auch, vor allem gegen Ende und in der Gegenwart der Geschichte einige Szenen die dafür aufkommen, und in denen mir der Funke zwischen ihnen doch noch auffiel. Letztendlich bleibt aber das Fehlen einer wirklichen Basis, eines wirklichen Gefühls für diese beiden Menschen und ihre Verbindung ein wenig auf der Strecke und stellt so den ziemlich einzigen Kritikpunkt meinerseits dar.

Die langsame Dramatisierung von Harlows Situation hat mir gefallen, da man den Terror und die Bedrohung für ihr Leben und das der ihr nahe stehenden Menschen sehr gut mitempfinden kann. Auch sprachlich bekommt man mit, wie Collin extremer und die Situation immer gefährlicher wird. Vor allem gegen Ende wird die Geschichte dann auch richtig dramatisch, mir hat jedoch gefallen, dass es auch ein längeres Ausklingen der Geschichte gab. Bei den sämtlichen offenen Handlungsfäden und Interaktionen war es nötig, dem ganzen einen ausschweifenden Abschluss zu geben, der nicht halb noch im Showdown mit dem Bösewicht endet.

In diesem Buch ist die Stimmung alles andere als friedlich-spaßig. Im Gegenteil. Wer bereit ist, sich auf eine schwierige, düstere Geschichte einzulassen, dem kann ich "To the stars" allerdings empfehlen. Besonders mit der Protagonistin kann die Geschichte punkten, auch wenn bei mir die Beziehung zwischen ihr und ihrem Counterpart Knox teils nicht emotional ankam. Dennoch konnte die Geschichte mich berühren und aufwühlen, und ich empfand sie außerdem als sehr gut strukturiert und dramaturgisch gut aufgebaut.Emotionen kann man größtenteils sehr gut mitempfinden, vor allem die der traumatisierten Harlow, die sich definitiv noch mehr als den "Durch die Hölle gegangen"-Stempel verdient hat.

Dies wird sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin gewesen sein! Auch wenn ich durchaus nicht komplett zufrieden war, so hat "Wenn du die Sterne berührst" doch auch vielen Ebenen überzeugt!

 Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den Mira Taschenbuch Verlag!