Dienstag, 19. September 2017

Das Lied von Eis und Feuer 2 Das Erbe von Winterfell

Autor: George R.R. Martin
Seiten: 544
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26781-1

Worum geht's?

Eddard Stark, der Lord von Winterfell, ist dem Ruf seines Königs und alten Freundes Robert Baratheon gefolgt und hat seine kalte Heimat im hohen Norden verlassen, um als Hand – als Roberts Berater und Stellvertreter – zu dienen. Eddard ist ein geradliniger, tapferer und aufrechter Mann, der sich jeder Gefahr mit dem Schwert entgegenstellen würde – doch die Ränke der Mächtigen bei Hof sind nichts, was man mit einem Schwert bekämpfen kann. Auch dann nicht, wenn man die Hand des Königs ist ...

Quelle

Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

Quelle

Wie fand ich es?

Nach "Die Herren von Winterfell" konnte ich nicht aufhören und habe mir direkt Band 2 gegönnt - und wurde von einer wirklich tollen Fortsetzung begeistert! Beziehungsweise, eigentlich ist es ja noch das gleiche Buch im Original. Die Geschichte schreitet schnell voran und keiner der Handlungsstränge ist vorhersehbar. Ständig gibt es neue Wendungen und Ereignisse, die die Geschichte in eine ganz andere Richtung drängen als auf den ersten Blick erkennbar!

So viele verschiedenen Handlungsstränge laufen ineinander, man hat das Gefühl eine kleine eigene Buchreihe auf gut fünfhundert Seiten zu lesen. Dennoch wird es nie, wie ich bei den vielen Figuren befürchtet hatte, zu viel auf einmal. Man hat immer einen guten Überblick darüber wer gerade in welchem Zusammenhang steht. Dieser Spagat zwischen viel Stoff und Übersichtlichkeit ist George R. R. Martin bisher wirklich gut gelungen!

Die Vielzahl an Figuren und Motiven, ohne die leidige Verwirrung sie nicht auseinanderhalten zu können, schafft viele Möglichkeiten für Charakterentwicklungen und spannende Entwicklung und Verwicklung der Situation. Der "Kampf um den Thron" geht weiter und sein Ausgang ist noch genauso mysteriös wie am Anfang, ohne, dass die Geschichte wirkt als würde sie nicht vorankommen. Immer wieder stellen sich neue Hindernisse in die Weg der Figuren und wie sie damit umgehen ist so unterschiedlich wie interessant.

Die Erzählweise aus mehreren, sehr verschiedenen Perspektiven macht die Geschichte noch extra faszinierend. Ich habe meine Favoriten, doch selbst Figuren die mir in dem was ich von der TV-Serie kenne eher unsympathisch waren, können mich hier überraschen und doch irgendwie begeistern, beispielsweise Jon Snow, Arya und Daenerys. Sie müssen sich mit ganz eigenen Problemen auseinandersetzen und sie meistern - falls es ihnen gelingt - und es wird mit moralischen Erwartungen und Grauschattierungen jongliert. Die Klischees des Genres und meine Erwartungen als Leser werden "gegen mich verwendet", sodass ich immer wieder überrascht wurde! Hoffentlich geht es genauso weiter, und vor allem von Tyrion und Sansa sieht man noch so einiges!

"Das Erbe von Winterfell" schließt nicht nur inhaltlich, sondern auch qualitativ an das erste Buch der "Das Lied von Eis und Feuer"-Reihe an. Ich kann es nicht erwarten, der Geschichte von Westeros noch weiter zu folgen und werde baldmöglichst das dritte Buch lesen! Nach der letzten Seite konnte ich gar nicht so richtig glauben, dass ich mich noch ein paar Tage gedulden muss... Eine klare Fantasy-Empfehlung! Wem das erste Buch gefallen hat, der wird auch mit diesem spannende Lesestunden verbringen!

 Sterne

Samstag, 16. September 2017

Lesen mit Sophia's Bookplanet 4.0 #1

Nach gefühlten Ewigkeiten (gut, ehrlich gesagt nicht nur gefühlten) lese ich wieder einmal ein Buch mit jemandem - wieder einmal mit Sophia von Sophias Bookplanet. Es handelt sich um ein Buch außerhalb meiner Komfortzone - "Don't you cry - Falsche Tränen" von Mary Kubica.

Hier verlinkt sind weitere Informationen zum Buch, falls euch Klappentext etc. interessieren. Zu Beginn haben wir uns drei Fragen vor dem Lesen gestellt, um uns ein wenig auf die Lektüre einzustimmen. Viel Spaß mit meinen Antworten!

1. Was an diesen Buch hat dich am meisten angesprochen?
Nun, zunächst einmal natürlich die Tatsache, dass ich es geschenkt bekommen habe - danke noch mal :) Thriller habe ich noch nicht so viele gelesen, daher auch eine schöne Herausforderung, außerdem ist das Cover hübsch mysteriös und die Geschichte klingt wirklich spannend und neu.

2. Was würdest du in der auf dem Klappentext beschriebenen Situation der Protagonistin tun?
Äh... Panik? Ja, definitiv Panik. Ich hätte ehrlich gesagt überhaupt keine Ahnung wie ich mich verhalten sollte.

3. Was erhoffst du dir von diesem Thriller?
Insgesamt - Lust darauf, mehr Thriller zu lesen! Ich bin genremäßig ja offen, möchte mich aber definitiv immer mal wieder ausprobieren und es wäre schön, da mal positiv vorzulegen. Aber an sich habe ich, auch dadurch, dass ich eben nicht so viele Thriller kenne, keine allzu großen Erwartungen an die Handlung. Gut soll sie sein, natürlich, aber außer mit Hoffnung auf Spannung und Dramatik gehe ich in das Leseerlebnis relativ blind.

Sophias Post findet ihr hier.

Montag, 11. September 2017

Das Lied von Eis und Feuer: Die Herren von Winterfell

Autor: George R.R. Martin
Seiten: 576
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-26774-3

Worum geht's?

Eddard Stark, der Herr von Winterfell, wird an den Hof seines Königs gerufen, um diesem als Berater und Vertrauter zur Seite zu stehen. Doch Intriganten, Meuchler und skrupellose Adlige scharen sich um den Thron, deren Einflüsterungen der schwache König nichts entgegenzusetzen hat. Während Eddard sich von mächtigen Feinden umringt sieht, steht sein Sohn, der zukünftige Herrscher des Nordens, einer uralten finsteren Macht gegenüber. Die Zukunft des Reiches hängt von den Herren von Winterfell ab!

Quelle

Wer ist der Autor?

George R. R. Martin, 1948 in Bayonne, New Jersey, in den USA geboren, veröffentlichte seine ersten Kurzgeschichten im Jahr 1971 und gelangte damit in der amerikanischen Science-Fiction-Szene zu frühem Ruhm. Gleich mehrfach wurde er mit dem renommierten Hugo-Award ausgezeichnet. Danach war George R. R. Martin einige Jahre in der Produktion von Fernsehserien tätig, etwa als Dramaturg der TV-Serie "Twilight Zone". Erst im Jahr 1996 kehrte er mit einem Sensationserfolg auf die Bühne der Fantasy zurück: Mit dem ersten Band von "Das Lied von Eis und Feuer" setzte er einen Meilenstein in der modernen Fantasy und schuf ein gewaltiges Epos in bester Tolkien-Tradition: eine düstere, grausame, an das Mittelalter erinnernde Welt voller Intrigenspiele, Machtpolitik und Krieg, die die Leser packt und unerbittlich in ihren Bann zieht. [...]

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Wie fand ich es?

Ja, ich habe es getan. Als Fantasyleser ist es irgendwie schwierig, diesen Büchern zu entgehen - aber hey, ich habe mich jahrelang wirklich wacker geschlagen! Die Serie zur Reihe habe ich nie aktiv gesehen, zwar immer mal wieder so mitbekommen was vor sich geht und bestimmte Figuren quasi auf den ersten Blick gemocht, aber mehr auch nicht. War mir immer zu blutrünstig, ehrlich gesagt. Doch da ich es jetzt doch nicht mehr aushalten konnte, nicht zu wissen, worum eigentlich alle so einen Wirbel machen, habe ich mich doch dazu durch gerungen. Nun ja, einen Bibliotheksbesuch und ein verschlungenes Buch später sind wir hier.

Im Kontext vieler anderer High Fantasy Romane betrachtet, ist hier nicht allzu außergewöhnliches geschaffen worden, oberflächlich betrachtet. Was lässt "Das Lied von Eis und Feuer" dennoch herausstechen?

Nun, zuerst: Die Komplexität der Handlung ist unglaublich. Nicht nur die vielen, vielen Figuren, auch die Verstrickungen ineinander sind sehr durchdacht und man hat bei so ziemlich allem das Gefühl, es würde irgendwann eine Rolle spielen, die zu verstehen man jetzt noch zu unwissend ist. Mal sehen ob das wirklich der Fall ist. Dennoch fällt es relativ leicht zu verstehen was vor sich geht. Der Autor hat definitiv ein Gespür für das Einbauen von Details an den richtigen Stellen, eine Fähigkeit die ich ihm wirklich gerne klauen würde *seufz*

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, ein Stil der mir immer besser gefällt je mehr Bücher dieser Art ich lese. Auch hier hat es sehr gut funktioniert, die Überleitungen von einem Handlungsstrang in einen anderen verliefen reibungslos und so gut auch, weil die Charaktere allesamt interessant sind. Ich könnte keinen benennen, dessen Perspektive die Handlung nicht bereichert hätte, und von dem ich nicht gern mehr erfahren würde - besonders Tyrion, Sansa und Arya habe ich allerdings ins Herz geschlossen und bin gespannt, womit sie noch alles zu kämpfen haben werden.

Bei all den tollen Figuren und Beweggründen hinter ihren Handlungen kann ich mich für eine Seite überhaupt nicht entscheiden, und ich glaube, dass soll auch so sein. Da es nur der erste Band von zehn ist (und die Reihe ist ja noch nicht einmal abgeschlossen) ist alles noch sehr... mysteriös, und wem man eigentlich trauen kann und wer in die Irre geführt wird liegt im Dunkeln. Das macht einen großen Teil meiner Faszination aus - ich will verdammt noch mal wissen was da wer eigentlich wirklich will, beziehungsweise getan hat. Jetzt!

Ihr seht, ich reihe mich brav in die Reihe der Begeisterten Leser ein... ein unglaubliches Buch, dass die Bezeichnung Epos wirklich verdient und mich sofort süchtig gemacht hat! So viele Seiten es auch sind, ich habe kaum gespürt wie sie vorbeizogen, so schnell ging das! Ein Muss für jeden Fantasyleser! Ich ignoriere dann mal das Leben außerhalb meiner vier Wände und lese Band 2...

 Sterne

Sonntag, 10. September 2017

Und du kommst auch drin vor

Autorin: Alina Bronsky
Seiten: 192
Verlag: dtv
ISBN: 978-3-423-76181-9

Worum geht's?

Kims Leben: Roman oder Realität?
Seit der ersten Klasse sind sie beste Freundinnen: Kim, 15, eher unauffällig, und Petrowna, klug, exzentrisch und daran gewöhnt, immer und überall den Ton anzugeben. Alles wird anders, als die beiden mit ihrer Klasse zu einer Schullesung gehen: Während die anderen tuscheln, sich die Haare kämmen oder aus dem Fenster schauen, wird Kim hellhörig, denn was die Autorin da vor sich hin nuschelt, handelt von ihr. Okay, es kommen andere Namen vor und ein paar unwichtige Details stimmen nicht, aber der Rest ist sie! Doch die Geschichte geht nicht gut aus, vor allem nicht für Jasper, Kims Klassenkameraden, der, wenn das Buch die Wahrheit sagt, am Ende an einem Wespenstich stirbt. Um das zu verhindern, bleibt Kim nichts anderes übrig, als ihr Leben völlig auf den Kopf zu stellen. Auf einmal macht sie alle möglichen Dinge zum ersten Mal, wie zum Beispiel Jasper zu küssen. Das aber passt Petrowna ganz und gar nicht ins Konzept ...

Quelle

Wer ist die Autorin?

Alina Bronsky wurde 1978 in Jekaterinburg, Russland geboren und lebt seit ihrer Kindheit in Deutschland. Ihr Debütroman „Scherbenpark“, der unter anderem für den Jugendliteraturpreis nominiert war, wurde auf Anhieb zu einem Bestseller und für das Kino verfilmt. Es folgten weitere hocherfolgreiche Bücher, zuletzt der Roman „Baba Dunjas letzte Liebe“, der lange auf der Spiegel-Bestsellerliste stand und für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Alina Bronsky lebt mit ihrer Familie in Berlin.

Quelle

Wie fand ich es?

Von Alina Bronsky habe ich ja schon länger nichts mehr gelesen, nachdem mir "Spiegelkind" und "Spiegelriss" so gut gefallen haben - leider wird ja kein dritter Teil erscheinen. Doch dieses Buch hat mich doch angesprochen. Als ich von Vorablesen die Chance bekam, dieses Buch zu gewinnen habe ich mein Glück versucht, und wurde ausgelost. Insgesamt war das Buch sehr viel anders als erwartet und ich hätte mir die Umsetzung der Idee völlig anders vorgestellt. Einige Aspekte haben mich positiv überrascht, andere negativ.

Das Alina Bronsky schreiben kann steht allerdings nicht zur Debatte. Sie hat keinen 0815-Schreibstil, mir gefällt er. Dadurch entsteht eine ganz eigene, frische Atmosphäre und die Geschichte macht gleich noch mehr Spaß.

Was es mit der gesamten Geschichte um das Buch auf sich hat hat mich wirklich interessiert, und ich wurde auch nicht enttäuscht von der Idee diesbezüglich. Besonders die Figur von Leah Erikson hat mir gefallen, und ihr Zusammenwirken mit Kim. Das hat letztere immer mal wieder sympathischer gemacht und die Geschichte insgesamt hat meine Sympathie für diese Protagonistin sehr gut aufgebaut. Trotzdem hat sich Petrowna mehr in mein Herz geschlichen als Kim, was ich nach der Leseprobe nicht erwartet hätte.

Wirklich unterschiedliche Charaktere wirken in "Und du kommst auch drin vor" zusammen, aber im Vordergrund steht eigentlich eine Freundschaft - wie leider viel zu wenig in Büchern, besonders Jugendbüchern. Ein Trend, dem definitiv entgegengewirkt werden sollte, nebenbei bemerkt. Petrowna und Kim haben eine ganz eigene Beziehung zueinander, und ihre Szenen haben mir an diesem Buch am besten gefallen.

Das Ende konnte mich allerdings nicht überzeugen und im Nachhinein zieht der Abschluss der Ereignisse für mich die gesamte Geschichte ein wenig herunter. Daraus hätte definitiv mehr gemacht werden und auch wenn ein offenes Ende gut und schön ist, kam es mir hier zu plötzlich. Ich hätte mir vor allem für Petrowna noch mehr gewünscht. Vielleicht war das Buch insgesamt ein paar Seiten zu kurz, auch wenn Anfang und Mittelteil trotz der wenigen Szenen wirklich gut aufgebaut worden, auch in Punkto Spannung. Doch diese sackte in den letzten Kapitel einfach so rapide ab, dass ich das Buch nicht ganz zufrieden zuklappen konnte.

Dennoch ein nettes Buch für zwischendurch, witzig und ein typisches Jugendbuch mit ungewöhnlichem Spin. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden und das Entdecken der eigenen Stimme!

 bis Sterne

Vielen Dank für dieses Rezensionsexemplar an den dtv Verlag und voralesen.de!

Sonntag, 3. September 2017

Ein ganz neues Leben

Autorin: Jojo Moyes
Seiten: 528
Verlag: Rowohlt/Wunderlich
ISBN: 978-3-8052-5094-8

Worum geht's?

«Du hast mich mitten ins Herz getroffen, Clark. Vom ersten Tag an, an dem du mit deinen lächerlichen Klamotten hereingestapft bist. Du hast mein Leben verändert.» 

Sechs Monate hatten Louisa Clark und Will Traynor zusammen. Ein ganzes halbes Jahr. Und diese sechs Monate haben beide verändert. Lou ist nicht mehr das Mädchen aus der Kleinstadt, das Angst vor seinen eigenen Träumen hat. Aber sie führt auch nicht das unerschrockene Leben, das Will sich für sie gewünscht hat. Denn wie lebt man weiter, wenn man den Menschen verliert, den man am meisten liebt? Eine Welt ohne Will, das ist für Lou immer noch schwer zu ertragen. Ein einsames Apartment, ein trister Job am Flughafen – Lou existiert, aber ein Leben ist das nicht. Bis es eines Tages an der Tür klingelt – und sich eine Verbindung zu Will auftut, von der niemand geahnt hat. Endlich schöpft Lou wieder Hoffnung. Hoffnung auf ein ganz neues Leben.

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Wer ist die Autorin?

Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Der Roman «Ein ganzes halbes Jahr» machte sie international zur Bestsellerautorin. Weitere Nr. 1-Bestseller folgten. Jojo Moyes lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf dem Land in Essex.

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Wie fand ich es?

ACHTUNG! ZWEITER TEIL EINER REIHE! EVENTUELL SPOILERGEFAHR!

Endlich kam ich dazu, diese Fortsetzung zu lesen! Ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut und bin sehr froh, ohne große Erwartungen (an den Verlauf der Handlung, nicht an die Qualität natürlich!) herangegangen zu sein. Nachdem "Ein ganzes halbes Jahr" und ich Freunde geworden sind, sind schon Jahre vergangen. Ein kontrovers diskutiertes Buch, sicher, doch mir hat es gefallen - und auch der Film dazu, obgleich mich Buchverfilmungen meist enttäuschen.

Doch ab mit den Scheinwerfern auf diesen zweiten Band! Ich kam mit dem Ende von "Ein ganzes halbes Jahr" ganz gut zurecht, es war gewissermaßen poetisch. Hier wird daraus eine Realität gemacht und ein nüchternes Licht auf das Leben nach dem Tod eines anderen Menschen geworfen, der einem so viel bedeutet hat wie Lou und Will. Mit dieser Thematik wird gut umgegangen, die Szenen die Lou vor allem trauernd zeigen haben mich erreicht und berührt, ohne übertrieben dramatisch oder irreal zu wirken. Im Gegenteil, die Authentizität ihres Lebens danach und ihrer Gefühle konnte mich überzeugen.

Auch und vor allem die Auswirkungen auf Lous Rolle in Wills Ableben beziehungsweise die Reaktion anderer darauf werden beschrieben und das nicht alles bei einem so kontrovers diskutierten Thema Friede-Freude-Eierkuchen seien würde, machte es realistisch. Nicht weniger falsch im moralischen Sinn natürlich, aber im echten Leben leider mehr als vorstellbar, und zeigte die auch in der Realität oft anzutreffende Ignoranz und Uninformiertheit in Bezug auf Sterbehilfe und alles damit verbundene.

Ich bin wie bereits erwähnt ohne wirkliche Erwartungen an Lous neues Leben herangegangen - besser so. Das ist keinesfalls negativ gemeint, aber viele Fans von Buch 1 könnte dieses Buch deshalb enttäuschen, weil es eine völlig neue Richtung einschlägt. Eine logisch konsequente, aber mit völlig neuen Herausforderungen, Konflikten und Themen. Da mich das nicht gestört hat, konnte ich Wills Tochter als neuen Charakter wirklich wertschätzen, die Probleme von Lous Eltern und ihrer Schwester, sowie die Geschichte um Sam (den ich nebenbei gesagt vergöttere)... all die interessanten, faszinierenden Facetten von "Ein ganz neues Leben". Denn genau als das sollte es betrachtet werden - als etwas ganz Neues.

Dennoch kann ich diesem Buch nicht mehr als vier Sterne geben. Wieso, fragt ihr euch sicher, immerhin hat sie am Ende geweint! (Habe ich wie schon bei Buch 1, wenn auch aus völlig anderen Gründen.) Und alles war dramatisch und herzzerreißend und toll... ja. Ja und Nein. Denn was mit Will in diesem Buch teils gemacht wurde, will ich nicht mit fünf Sternen unterstützen.

Das mag hart klingen, aber fand ich in "Ein ganzes halbes Jahr" die Behandlung seines Wunsches, Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen, fantastisch gehandhabt, hatte ich hier immer mal wieder einen bitteren Geschmack im Mund. Wills "Selbstmord" wie öfters betitelt kam mir öfters in ein falsches Licht gestellt vor, er wurde nur auf Lou bezogen. Besonders ein Gedanke hat mich dabei am meisten gestört - dass er sie nicht genug geliebt hätte um bei ihr zu bleiben. Natürlich ist es im Rahmen von Lous Trauerprozess verständlich solche Gedanken zu haben, doch wurden sie von der Geschichte selbst als richtig hingestellt, als gerechtfertigt, obgleich Wills Entscheidung nichts mit Lou oder damit wie sehr er sie geliebt hat zu tun hatte, sondern mit ihm selbst.

Dennoch empfinde ich die Fortsetzung von Lous Geschichte als eine gute, und ich würde sie auch weiterempfehlen - zu viel habe ich bei diesem Buch mitleiden können und zu gut waren die eingestreuten Witze. Zu toll die neuen Figuren, besonders Lily, Sanitäter-Sam und Donna, zu toll die alten Figuren, besonders Mrs. Traynor. Es ist ein gelungenes, emotionales, gut geschriebenes Buch - dennoch hat dieses Buch einen für mich großen Makel, der mir die Lust an der Geschichte verdorben hätte, wäre er ein größerer Teil der Handlung gewesen. Trotzdem bin ich gespannt auf Buch 3 und darauf, wie es mit Lou, ihrer Familie und allen anderen Figuren weitergeht!

 Sterne

Donnerstag, 31. August 2017

Was war los im August?

Was für ein Monat! Wirklich erfolgreich buchtechnisch, und ich habe nahezu nichts gelesen was mir überhaupt nicht gefallen hat - im Gegenteil, ich wurde von vielen Büchern total begeistert! Und so viel... ich bin immer noch etwas überwältigt. Hoffentlich geht das so gut weiter!

GELESEN
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- Maggie Stiefvater - Schimmert die Nacht
- Alina Bronsky - Und du kommst auch drin vor
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- Christa Wolf - Medea: Stimmen (begonnen)

GESCHRIEBENE REZENSIONEN
- J. Lynn - Fall with me
- J.R.R. Tolkien - Die Abenteuer des Tom Bombadil und andere Geschichten aus dem roten Buch
- J. Lynn - Forever with you
- Jennifer Estep - Bigtime 1 Karma Girl
- Maggie Stiefvater - In deinen Augen
- Kass Morgan - Die 100: Rebellion
- Tanja Voosen - Emily lives loudly

GESEHEN
- Woche 19
- Woche 20
- Woche 21
- Woche 22

Sonntag, 27. August 2017

[Gesehen] Woche #22

BROOKLYN NINE-NINE (Staffel 2 Folge 16 bis Folge 23)
Jaa, ich konnte mich nicht beherrschen und mir die Serie ein wenig einteilen... ich habe sie auch schon wieder ungefährt drei Mal gerewatcht *hust* total normal und alles. Wirklich, diese Show ist ein heißer Kakao und eine Kuscheldecke für die Seele! Jedem zu empfehlen, wirklich jedem! Ich werde jetzt in Gedanken Netflix weiter anbetteln Staffel 3 auch bald mal zu zeigen. Und bis dahin die ersten beiden Staffeln schauen wie eine Irre und jedem empfehlen.

HOW TO GET AWAY WITH MURDER (Staffel 1 Folge 1)
Von dieser Serie habe ich schon einiges gehört und war immer etwas 'Ooookay, musst du jetzt nicht gucken, sieht aber ganz interessant aus'. Jetzt schaue ich mit einer Freundin doch mal rein und bisher ist es spannend, wenn auch verwirrend - mal sehen was noch kommt!


HASAN MINHAJ: HOMECOMING KING
Nach Trevor Noahs "Afraid of the Dark" habe ich mir mal wieder ein Comedy-Special auf Netflix angesehen und ich wurde wieder komplett überzeugt. Ernst und lustig gleichzeitig - ich habe selten so gelacht und kann mich an keine Comedyshow erinnern, bei der ich geweint hätte, außer bei dieser. Berührend, interessant, und durch Hasan Minhajs sympathische Art fühlt es sich nicht nach einer Länge von einer Stunde und einer Viertelstunde an, sondern mehr nach zehn Minuten - und trotzdem so, als würde man die Welt danach ein wenig besser verstehen.